5 Prinzipien in der SV, die man kennen sollte

2019-01-08T18:10:36+00:00

#1 DIE STÄRKSTE KÖRPERPOSITION

Ja, was ist die stärkste Körperposition? Lass mich dir ein Bild in den Kopf setzen. Stell dir ein Kind vor, dass seinen Teddybär nicht hergeben möchte und ihn deswegen ganz dolle fest hält. Er drückt den Teddy mit seinen beiden Armen stark an sein Herz.

Du glaubst mit nicht, dass das stark ist? Probiere es doch mal. Nimm dem Kind seinen Teddy weg! 

Um Gottes Willen tu das bitte nicht. Einem Kind seinen Teddy wegnehmen. Fieser geht es doch kaum.

Ich hätte da noch etwas anderes für dich. Vielleicht ist das weniger fies, aber vom Prinzip her, die selbe Bewegung. Schau dir den ersten Teil dieser Messer-Abwehr an.

Ich habe es schon immer gewusst; Liebe ist stärker als Hass. So abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag, es steckt viel Wahrheit dahinter.

Schubsen, Drücken, Schlagen, ja hier steckt natürlich auch viel Kraft dahinter, doch die wirklich kraftvollste Körperposition ist die Umarmung, bzw. das Positionieren der Hände vor dem Herzen. Nicht weil es einfach schön ist, darauf will ich gar nicht hinaus. Ich spreche aus einer rein körpermechanischen Sichtweise. Und einer sehr natürlichen Sichtweise. Denn Selbstverteidigung ist keine hoch komplizierte Sache. Gefährlich, klar! Aber trotzdem beruht sie auf simplen Handlungsmustern.

Bei einer festen Umarmung arbeitet die gesamte „Core-Muskulatur“ Hand in Hand. Beinahe so wie abgesprochen, weiß jede Körperpartie genau was zu tun ist. Brustmuskulatur, Arme, Rücken und Bauch bilden eine Einheit.

In der SV ist dieses Wissen ein echter Lebensretter. Immerhin kann ich so meinen mechanischen Vorteil nutzen. Ich hoffe, das Video oben konnte diesen Gedanken ein wenig verdeutlichen.

#2 DIE WAHL DER ÜBERLEBENSSTRATEGIE

Immer heißt es Kampf. Du musst Kämpfen, um in einer gefährlichen Situation bestehen zu können. Überleben zu können!

Bevor wir einstiegen, möchte ich dir hier die meiner Meinung nach allerbeste SV-Strategie verraten. Sei aber bitte nicht enttäuscht!

Das ist jedoch nur 1/3 der Wahrheit. Und um ganz ehrlich zu sein, auch das gefährlichste Drittel der Wahrheit. Denn es gibt noch zwei weitere Überlebensstrategien, die nicht so einfach unter den Teppich gekehrt werden dürfen. Sie sind halt nicht so heroisch, wie der Kampf ums eigene Überleben, aber heroisch und Ego spielen eigentlich beim Überleben keine Rolle. Doch was eine Rolle spielt, sind besonders in Deutschland auch Paragraphen, so wie Dieter vom Bushidokan Passau richtig schreibt. 

Wir alle wollen Leben. Wir wollen Überleben. Und in der SV ist es eine Frage von Wahrscheinlichkeit. Es ist beinahe wie ein Münzwurf in einem Spiel, das wir eigentlich nicht spielen wollen. 

Schauen wir uns Überlebensstrategie 2 an. Flucht! Mach das Du da wegkommst. Alles, nur weg da.

Doch auch Fliehen will gelernt sein. Rennst Du blindlings drauf los, kann es sein, dass Du in dein Verderben fliehst. Keine schöne Aussicht, immerhin willst Du doch in die Freiheit fliehen.

Also flieh nicht blindlings drauf los. Flieh schnell aber mit Köpfchen.

Kommen wir zu Strategie 3. Ich möchte es kaum aussprechen. Stell dich tot. Jetzt habe ich es doch geschrieben. Erstarren ist Strategie 3. Es klingt zwar total abwegig, aber Erstarren ist eine evolutionäre Überlebens- oder in schlimmen Fällen Übergangsstrategie. Und mit Übergang meine ich das Gegenteil von Überleben.

Keine rosigen Aussichten…

Aber halte kurz ein. Nur weil etwas schrecklich ist, dürfen wir es nicht sofort verwerfen. Denk dran, es ist alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit.

Überleg doch mal selbst, wo Erstarren als Überlebensstrategie sinnvoll wäre. Vermutlich wäre es auch nicht meine Strategie der Wahl, doch sollte man seine Möglichkeiten nicht unnötig begrenzen. Denn am Ende ist wahre Selbstverteidigung immer ein Spiel mit dem Tod und eigentlich spielt man mit dem Tod nicht, oder? Also sollten wir diese Spiel ernst nehmen, ein Mix aus guten Strategien finden und schummeln, wann immer es geht um des „Sieges“ Willen. Doch was ist, wenn der Wille dazu fehlt?

#3 KEIN KÖRPER IST NUR STARK

Der menschliche Körper ist ein Meisterwerk. Er kann so unglaublich widerstandfähig ein, dass kein Durchkommen zu sein scheint. Nun ja, gewusst wie, nicht wahr!? 😉

Anatomisch ist der menschliche Körper so aufgebaut, dass er frontal und von der Seite sehr gut geschützt ist. Harte Schienbeine, dicke Oberschenkelmuskeln, knackige und sexy Bauchmuskeln *hust* und dann die Wand von einer Stirn. Von der Seite sieht es nicht besser aus. Der Oberschenkel lässt auch hier nichts anbrennen, der Po ist eh gut gepolstert und die Arme und Latissimus bilden eine seitliche Mauer.

Wie kommt man da nur durch?

Zum Beispiel mit Methode 1. Wir greifen, da einfach nicht an. Klingt so banal und ist doch irgendwie logisch. Dann konzentriere dich halt auf die Rückseite des Angreifers. Da ist ganz viel Platz zum spielen. Nacken, Wirbelsäule, unterer Rücken, Kniekehle, Achillesehne.

Ja, ich bin aber auch ein Klugschwätzer. Als ob man da so mir nichts dir nichts hinkommt. Der Angreifer schützt das doch!!!

Dann eben Methode 2. Diagonal geht auch. Das Knie frontal und leicht diagonal von außen nach innen oder innen nach außen. Das zwiebelt richtig. Oder die kurze Rippe. So hast Du dich schnell an den Bauch- und Rückenmuskeln vorbeigeschummelt. Dasselbe gilt für die kleine Lücke zwischen Achselhöhle und Brustmuskel. Das ist ein fieser Shot. Oder vielleicht diagonal zum Hals. Wir schützen instinktiv unseren Kehlkopf, doch der restliche Hals bleibt immer ein bisschen offen.

Auch das funktioniert nicht? Dann kommen wir zu Methode 3. Wir verarschen die Muskulatur. Es ist sehr interessant, dass Muskeln eine Einwirkungsrichtung eigentlich recht gut verkraften. Doch bringen wir einen zweiten oder dritten Winkel mit ins Spiel, ist die Muskulatur verwirrt und der Schlag kommt durch. Diese Methode braucht ein bisschen Übung, aber ist sehr hilfreich.

Okay, jetzt erstmal etwas zum durchatmen. Genieße den Ausblick. Gleich geht es weiter!

#4 ABLENKEN, EGAL WIE!

Ich bin zwar kein besonders großer Fan von Brüll und Schrei SV Kursen. Aber Schreien ist einfach gut. Jedoch muss ich gestehen, dass ich nicht so der Schrei-Typ bin. Dennoch habe ich das Prinzip hinter dem Schreien verstanden. Und es ist so simpel wie einfach.

VERWIRRUNG schaffen.

Klingt sooooo einfach, doch wie schafft man Verwirrung?

Ist doch klar! Über Schreien!!!!

Ja und nein. Man schafft Verwirrung über Sinnesorgane. Und zwar über Reize mit denen der Körper bzw. Sinnesorgane des Angreifers nicht rechnen.

Was für Sinnesorgane gibt es?

Eines kennen wir schon. Das Ohr. Immerhin brüllen wir es dem Angreifer ja voll. Unvorhersehbare Geräusche schaffen Ablenkung. Es könnte aber genauso ein lautes Klatschen oder Auftreten mit dem Fuß sein. Hauptsache es ist laut und kommt überraschend.

Gehen wir weiter.

Die Augen. Wofür die Augen gut sind, dürfte eigentlich jedem klar sein: Um zu sehen. Was teilweise weniger bekannt ist, die Augen bilden das primäre Sinnesorgan, auf das sich der Mensch am meisten verlässt. Deswegen werden die Augen auch am meisten geschützt. Neben den Kronjuwelen natürlich. 😉

Ein leichtes Streichen über die Augen oder nur in der Nähe der Augen ist oft Ablenkung genug. Die Augen werden geschlossen, der Angreifer beginnt zu blinzeln, lockert seinen Übergriff.

Nehmen wir als nächstes die Haut. Die Haut ist nicht nur das größte Sinnesorgan des Menschen, sondern auch das größte Organ des Menschen überhaupt. Die Haut dient, neben anderen Funktionen natürlich, zur Wahrnehmung unserer Umgebung. Dann soll der Angreifer doch mal einen kurzen und schnellen Tritt gegen das Schienbein wahrnehmen. Zack, abgelenkt. Es gibt zahlreiche Varianten, wie Du die Haut als Ablenkung nutzen kannst.

Kommen wir zu den letzten beiden Sinnesorganen. Nase und Mund. Die Nase nimmt Gerüche wahr und der Mund Geschmäcker. Oder nur Geschmack. Naja, es heißt ja Geschmäcker sind verschieden. Also weiter im Text.

Pfefferspray kann hervorragend genutzt werden um für Verwirrung in Mund und Nase zu sorgen. Ich mag dieses neumodischen Waffen nicht. Ich verlasse mich da ganz auf meine biologischen Kampf- und Selbstverteidigungsstoffe. Ohne Bohnen gehe ich nicht aus dem Haus, Du verstehst!

Nein, Spaß beiseite. Mund und Nase über Gerüche zu verwirren, ist in der SV wohl eher unüblich. Aber immerhin bleiben und noch Augen, Ohren und Haut. Was sich da für Möglichkeiten auftun.

Es muss also nicht immer der Schrei sein, auch wenn er einfach und sehr gebräuchlich ist.

#5 Übung hilft viel

Die vorgestellten Prinzipien sind in der Theorie so einfach und banal. Doch „schreien“ sie nach Umsetzung! Und zwar nicht nur im spaßigen sonnigem Bereich. Du musst auch mit deiner Komfortzone brechen.

Schnapp dir einen Partner und probiere dich durch. Und nach dem Probieren, probiere weiter. Und dann noch ein bisschen mehr, bis du es im Schlaf beherrscht. SV ist nicht kompliziert, nur braucht sie viel Training, dass das Einfache irgendwann auch sitzt.

Basty

Viel Spaß beim Training.

Kennst Du noch SV Prinzipien, die so einfach sind, dass darüber schreiben schon beinahe Verschwendung wäre? 😉

/Respekt

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