Training mit Vitalpunkten – Dein Einstieg

2019-01-03T21:59:53+00:00

Vitalpunkte, Kyusho Punkte, Pressure Points, Dim Mak. Alles das selbe! Voll im Trend und ein Riesen Spaß, wenn man sich gegenseitig auf die Nerven geht. Und es ist einfach spannend, doch bevor Du mit dem Training voll durchstartest, hier eine kurze Einführung, ein paar Safety Instructions und ein kleiner Ein- bzw. Ausblick.

 

KYUSHO – SPAß MIT GEWISSER ERNSTHAFTIGKEIT!

Vorweg: Dieser Artikel ist eigentlich online seit ca. Mitte 2015. Er ist aber so gefragt, immer wieder gelesen und auf Seminaren bekomme ich regelmäßig Rückmeldungen zu diesem Thema. Darum hat sich dieser Artikel eine kleine Überarbeitung und Aktualisierung verdient. 

Los geht’s!

Das Training mit Vitalpunkten ist eine ernste Geschichte. Es ist keine Magie. Kein Hokuspokus, das einfach cool aussieht. Ein Jedi-Trick. Nein! Ernsthaftes Training mit Vitalpunkten, also ein Training, ein realistisches Training ist immer mit Kontakt verbunden. Wer mit Pressure Points trainiert, trainiert seine Kampfkunst mit Kontakt. Und zwar mit Kontakt, welcher darauf ausgerichtet ist, leicht verletzliche und anatomisch-schwache Stellen des menschlichen Körpers anzugreifen.

Bedenke also immer, dass Du dein Kyusho Jitsu auf eigene Gefahr machst.

Bevor Du jetzt sagst, „dann lass ich lieber die Finger davon“, lies noch ein Stück weiter. Kyusho Jitsu kann Deine Kampfkunst sehr bereichern. Es gibt Dir einen ganz neuen Blickwinkel auf Deine Techniken.

Auch macht es einfach mega Spaß sich und anderen einmal weh zu tun (nennt sich Happy Pain, ich konnte es auch erst nicht glauben). Nein, ich bin kein Masochist oder so. Es ist nur so interessant die Wirkungen der einzelnen Nervenpunkte auf den menschlichen Körper zu beobachten. Naja, nicht nur zu beobachten, sondern auch zu füllen (Basty´s erster KO). Nur falls Du dich fragen solltest, wie ich jetzt so schnell umgekippt bin, so geht’s!

Wenn Du deinen Blickwinkel ebenfalls erweitern und über den Tellerrand blicken möchtest, gebe ich Dir hier ein paar Grundlagen zum Training mit auf den Weg.

WAS IST KYUSHO JITSU?

Kyusho Jitsu ist keine neue Kampfkunst oder Kampfsportart. Sie ist eher ein Wissen, welches in allen Kampfkünsten verborgen ist und sie somit ergänzt. Daher ist es von Vorteil einen gewissen kampfsportlichen Hintergrund mitzubringen, um effektiv mit Vitalpunkten arbeiten zu können. Aber dies ist nicht unbedingt notwendig. Ich habe bereits viele Trainer erlebt, die von der Picke auf Nervendruckpunkte unterrichten. Doch für ein Selbststudium sollte eine gewisse Basis an Bewegungen bereits sitzen.

Was bedeutet Kyusho Jitsu? Oft wird es mit der „Kunst der Vitalpunkte“ übersetzt. Ich finde es aber so eher in die Irre führend. Kyusho sind meiner Ansicht nach Nervenpunkte und Jitsu übersetzt sich am leichtesten mit Fertigkeit. Demnach bedeutet Kyusho Jitsu so etwas Ähnliches wie, die „Fertigkeit der Nervenpunkte“. 

Das Studium des Kyusho Jitsu beginnt an zweierlei Orten. Einmal, und das ist die herkömmliche Denkweise, mit den Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und mit der Beschäftigung der genauen Lage der Nervendruckpunkte. Es wird gelehrt in welcher Richtung, Angriffswinkel und auf welche Art und Weise die Vitalpunkte aktiviert werden müssen. Die andere Perspektive ist eine weniger mystisch behaftete Perspektive. Es geht hierbei um die Anatomie des Körpers auf Grundlage der westlichen Medizin. Und hier speziell um die Lage von Nervenbahnen und noch genauer um Stellen, wo Nervenstränge enden, ein Nerv sich verzweigt oder wo Nerven sich kreuzen. Wenn man hier Kyusho noch etwas weiter fasst, dann geht es auch um Blutgefäße, Lymphen, Sehnen und Luft.

Ebenfalls gehört zum Studium des Kyusho Jitsu das Wissen und die Fertigkeiten zur Linderung bestehender Beschwerden und Blockaden. Dies wird derzeit unter dem Begriff der Reanimation zusammengefasst. Hier erhältst Du einen schnellen Einblick in die Reanimation bei technischen und tiefen KOs.

Wenn dir diese Absätze jetzt zu mystisch geklungen haben, dann kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Aber die Frage „Wieso muss ich mich mit der TCM beschäftigen?“ kann ich absolut nachvollziehen. Mit Energien oder Yin und Yang arbeiten kann schließlich als Quatsch abgetan werden? Meine Wahrheit ist, Du musst dich damit nicht beschäftigen!

WHAAAT!? Das hat Basty jetzt nicht gesagt…

Wie bereits geschrieben, Vitalpunkte und Kyusho Jitsu ist ebenso die Lehre von der Anatomie und der Struktur des menschlichen Körpers. Dieser gedankliche Zugang hat mir zwischenzeitlich echt den Arsch gerettet. Es ist für meinen westlichen Verstand einfach einfacher. Halt ein wenig greifbarer. Lass es mich ein wenig verdeutlichen.

 

MAGEN 5 NACH TCM UND WESTLICHER MEDIZIN

Wenn Du dich jetzt gefragt hast, was hab ich mir denn da gerade angeschaut. Das erfährst Du gleich! Doch zunächst möchte ich dir verraten, wo ich die Bilder her habe. Denn diese Lektüren begleiten mich in meinem Training öfter als mir manchmal lieb ist.

  1. Pressure Point Fighting. Secrets of Ryukyu Kempo
  2. DTV-Atlas zur Akupunktur
  3. Prometheus Anatomie Teil 1-3

Also zurück zu den Bildern. Es soll dir verdeutlichen um was es hier genau geht. Spielen wir mit Magen 5.

Zunächst einmal, wo liegt Magen 5? Er ist von der Lage her vor dem Mandibularwinkel am Vorderrad des m. masseter, oder oberhalb des Unterrandes des Mandibularknochens, wo in einer Vertiefung ein Puls gefunden wird.

Die TCM würde die Lage von Magen 5 vielleicht so darstellen: Ähm, genauso wie oben! 😉 Der Unterschied liegt eher in der Deutung des Punktes. So würde die TCM die Aktion der Nadelung vielleicht so beschrieben. Vertreibt Wind (Trigemius-Neuralgie). Öffnet die Meridiane des Gesichts. Magen 5 heißt im chinesischen Daying – Großer Empfang. Der Meridian ist Yang und Erde zugeordnet. Für was ist das wichtig? Das kommt mit dem Training und dann wenn unterschiedliche Punkte und Prinzipien miteinander kombiniert werden. Also für den Anfang absolut uninteressant!

Magen 5 ließe sich nach westlicher Anatomie in etwas so beschreiben: Hier sind die Arteria+Vena facialis (Blutversorgung des gesamten Gesichts), der ramus marginalis mandibulae des N. facialis (motorische Innervation der mimischen Muskulatur im Kinn- und oberen Halsbereich) sowie an der Innenseite des Unterkiefers (ragt ein bisschen seitlich über die Kante) die Glandula sumbandibulare, eine Mundspeicheldrüse. Das klingt doch schon brauchbarer zum Draufhauen! Jedoch würde einNormalsterblicher und Nichtmediziner irgendwann der Kopf platzen. Für die Kampfkunst ist es im Detail nicht notwendig, bzw. kommt es nach und nach im Laufe der Zeit. Man schnappt schon einiges auf!

Wenn Du noch ein bisschen mehr über die Verbindung von TCM und einem westlichen Kyusho Ansatz erfahren möchtest, dann kann ich dir nur den Artikel zum neuromuskulären Zusammenhang zwischen Adrenalin und Hyperreflexie an Herz legen.

Nur mal so als kleiner Exkurs. Lass dich also von dem ganzen TCM Zeugs und von der westlichen Detail-Anatomie nicht abschrecken, sondern gehe einfach deinen Weg und versuche für dich das Beste aus dem Kyusho rauszuziehen. Wenn Du wissen möchtest, wie Magen 5 in der Praxis aktiviert und genutzt wird, dann guck doch Nils schnell mal über die Schulter.

Kehren wir wieder zu den Grundlagen zurück

MAGEN 5 NACH TCM UND WESTLICHER MEDIZIN

Diese 6 Hinweise beziehen sich auf die Wirkung des direkten Aktivierens von Nervenpunkten. Sie geben eine gewisse Orientierung und dienen ebenso als Sicherheitshinweise für dein Training.

  1. Schlagen eines Punktes erzeugt Schmerz an dieser Stelle.
  2. Schlagen oder Pressen von zwei Punkten zur gleichen Zeit, kann Schmerz in der Mitte der beiden Punkte verursachen. Manchmal meint man der Schmerz selbst ist an einem Platz zwischen den beiden Punkten.
  3. Arbeitest Du an drei Vitalpunkten zur gleichen Zeit ist das Resultat Bewusstlosigkeit, mit 99 % der Chance auf Wiederbelebung. Diese sind an einigen Stellen am Körper zu finden, wo eine Hand die Punkte aktivieren kann. Generell verlangt ein Dreipunkte Knock-Out, dass beide Hände zusammenarbeiten.
  4. Angriffe auf vier Vitalpunkte kann zu einer Beeinflussung eines der inneren Organe führen, mit dem Resultat, dass es zu Bewusstlosigkeit oder sogar zu Tode führen kann. Die Energie muss sofort und unmittelbar reanimiert werden. Es gibt eine 90 prozentig Chance auf Wiederbelebung des Opfers, gebrauchen wir die Energie Rückführungstechniken.
  5. Beginnt Dein Partner kurz zu atmen, wird es ihm übel oder schwindlig, dann hast Du die Punkte zu lange bearbeitet. Diese Symptome sollten nur eine kurze Zeit bestehen und sich wieder legen. Falls die Symptome nicht nachlassen, solltest Du einen Arzt aufsuchen.
  6. Das Bearbeiten von Vitalpunkten verursacht keine blauen Flecken. Falls Dein Partner blaue Flecken bekommen sollte, hast Du die Punkte nicht richtig getroffen.

Nachfolgend möchte ich dir ein paar Hinweise für dein „tägliches“ Training mit Vitalpunkten geben? Ich möchte mir hier noch einmal wiederholen. Vitalpunkte, das Wissen, die Theorie, die Praxis, das sich-gegenseitig-hauen, das ist spaßig und macht Laune. Jedoch gehört immer eine gewisse Ernsthaftigkeit ins Training. Immerhin geht es um das Schlagen eines Menschen auf schwache-anatomische Körperstellen. 

 

BASISWISSEN FÜR EIN SICHERES PARTNER-TRAINING

Dieses „Basiswissen“ dient dem Schutz deines Partners und dir selbst!

Auch wenn sich manche Regelungen seltsam und abgefahren anhören, befolge sie dennoch einfach. Um ein System zu verstehen, müssen wir es erst annehmen und unsere eigenen Erfahrungen machen. Erst im Nachhinein können wir eigene Änderungen vornehmen und das System an unsere Kunst anpassen. Nur woher sollen wir zu Beginn wissen, was falsch und richtig ist?

Nur weil etwas komisch klingt oder sich nicht mit unseren Vorstellungen deckt?!

Die nachfolgenden Regeln für das Training sollten unbedingt beachtet werden:

  1. Wenn möglich solltest du immer unter einem erfahrenen Meister trainieren. Oft ist dieser nicht zu Hand, ich weiß! Dann mache deine Anfänge und ersten Erfahrungen auf Kyusho Seminaren.
  2. Du musst Dich bemühen die Arbeit und das Training mit den Druckpunkten nicht unnötig auszudehnen. Besser formuliert, das Training mit dem Fokus auf Schlagen der Vitalpunkte (wo es richtig weh tut) sollte auf 20 Minuten in der Woche limitiert sein! Verbring die restliche Zeit mit dem Andeuten von Techniken um in deiner Ausführung immer präziser zu werden.
  3. Entscheidest du Dich einen Punkt zu schlagen, dann stell Dir vor, Du würdest an einer Tür klopfen (Gelassen! Nicht wütend). Auch solltest Du nicht wahllos Techniken an deinem Partner ausprobieren, konzentriere Dich in einem Training auf eine kleine Auswahl an Punkten.
  4. Wenn Du mit deinem Partner trainierst, dann bleibe immer nur auf einer Körperseite. Dein Körper wird die Schmerzen so besser verkraften können.
  5. Lass überkreuzte Körpertechniken erst einmal weg. Damit meine ich, schlag nicht entsprechende Punkte auf der gegenüberliegenden Seite des Körpers des Partners an.
  6. Auch wenn das Schlagen der Punkte mehr Spaß macht, solltest du dich recht bald mit der Materie der  richtigen Wiederbelebungstechniken vertraut machen. Ich empfinde diese Techniken zwar als sehr abgefahren aber erstens, gehören sie zum Kyusho  dazu und zweitens, nur weil wir ihre Wirkungsweise noch nicht verstehen, heißt das nicht, dass sie nicht funktionieren.
  7. Training an Personen mit gesundheitlichen oder Drogenproblemen solltest du gänzlich unterlassen. Die Reaktion auf den Körper ist enorm und wenn die gesunde Ausgangsbasis fehlt, weiß Du nie was passieren kann. Laste Dir keine Vorwürfe auf.
  8. Knock-Outs sind cool und mega spektakulär. Aber sie sind nicht notwendig für ein erfolgreiches Training.  Gewöhnlich reicht ein leichter Schlag um die Effektivität an Knock-Out-Punkten zu demonstrieren vollkommen aus.
  9. Weil Knock-Out-Punkte so gefährlich sein können, mach Deine ersten Versuche hierzu nur unter genauer Anleitung und am besten unter ärztlicher Aufsicht. Jeder Körper reagiert unterschiedlich.
  10. Wie du Dir die Punkte am besten merken kannst, ist Dir überlassen. Zwei Methoden um sich die Punkte zu merken, haben sich jedoch bewährt. Zum einen kannst Du aus der Technik-Sicht kommen. Deine Technik gibt Dir die Punkte an. Zum anderen kannst Du von der Punkte-Sicht ausgehen. Der Punkt gibt Dir die Technik vor. Beides getrennt voneinander zu lernen, wäre doppelte Arbeit. Deshalb versuche Technik und Vitalpunkt miteinander zu verknüpfen.

“Train hard! – Train safe!”

BASTY

Du kennst jetzt einige wichtige Grundlagen für die Arbeit mit Vitalpunkten. Mit diesem Wissen ausgestattet, hast Du eine gute Basis, um verantwortungsvoll Dein Studium des Kyusho Jitsu zu beginnen oder fortzuführen. Wenn Du echt Gas geben möchtest, dann ist dieser 6 Schritte Plan für ein systematisches Kyusho womöglich etwas für dich!

Und wenn Du jetzt noch ganz am Anfang stehst, dann keine Sorge. Es geht auch ganz überschaubar. Drei Kyusho Punkte sind mehr als genug!

Bevor Du jetzt jedoch voller Begeisterung Dich dem Partnertraining widmest, hier noch eine kleine Info für Dich.

Mache Deine ersten Versuche ruhig unter professioneller Anleitung auf einem Seminar. Kyusho wird in Deutschland immer bekannter und die Qualität wird stetig besser. Ich kann dir hierzu die Seminare von Nils Scheiring und seinem Team wärmstens empfehlen. Nils ist im Privat- und Justizsektor mit seinem Kyusho und seinen Vermittlungsmethoden in Deutschland ganz vorne mit dabei. Außerdem ist er Autor auf diesem Blog. Also doppelt cool! 😉

Danke das Du den Artikel bis zum Ende gelesen hast. Der verantwortungsvolle Umgang mit Vitalpunkten liegt mir sehr am Herzen. Als Kampfkünstler sollte unsere erste Priorität immer sein, das Leben und die Gesundheit unseres Partners und unsere Eigene zu schützen und zu erhalten.

Hast Du auch schon erste Erfahrungen mit der Arbeit an Vitalpunkten machen können und wie sehen diese aus. Auf was sollte man Deiner Meinung noch achten? Teile Deine Erfahrungen doch bitte mit uns. 

Wenn dir noch andere Grundlagen zum Training mit Vitalpunkten einfallen, dann schreibe doch schnell einen kleinen Kommentar.

/Wir sehen uns auf der Matte

 

8 Comments

  1. Felix 20. Oktober 2015 at 19:24 - Reply

    Bei allem Respekt: Ich glaube vieles was über Kyusho erzählt wird stimmt nicht. Manches stimmt vieleicht, aber vieles auch nicht.

    Was hältst du von diesem Artikel http://fightland.vice.com/blog/wushu-watch-george-dillman-and-the-magic-of-kyusho ?
    George Dillman ist ja anscheinend auch eine Autorität beim Kyusho Jitsu Germany Verband.

    Vitalpunkte spielen definitiv eine Rolle im Karate. In dem Buch „Bubishi“ ist davon die Rede und Funakoshi hat auch darüber geschrieben.
    Es könnten sich ja Betrüger welche dazu ausgedacht haben. Vielleicht haben sich die alten Meister auch schon manchmal geirrt. Vielleicht wurde manches falsch übersetzt oder falsch verstanden.
    Dieses No-Touch-Knockout gibt es definitiv nicht. Bei dem Mensch von National Geographic hat es nicht funktioniert (https://www.youtube.com/watch?v=lsSzSflkns8&t=5m7s ). Außerdem wäre das eine wissenschaftliche Sensation. Wenn das nicht stimmt, wieso soll ich dann den Rest glauben?

    Wenn Kyusho Angriffe bei Leuten funktionieren, die daran glauben, reicht mir das nicht. Mich würde interessieren, ob es 1. auch bei Leuten funktioniert, die nicht daran glauben und 2. ob bei Leuten, die daran glauben vielleicht *alle möglichen* Stellen funktionieren.

    Ich sage nicht, dass du dumm bist, oder so, wenn es bei dir wehgetan hat. Vielleicht waren das ja grade Punke, die tatsächlich funktionieren. Bei manchen Punkten ist das ja wissenschaftlich erklärbar, bei anderen könnte die Naturwissenschaft hinterherhinken. Außerdem tut jede Stelle am Körper ein bisschen weh, wenn man mit einer kleinen Fläche fest genug draufhaut.

    • Basty 21. Oktober 2015 at 12:14 - Reply

      Servus Felix,
      danke für dein Kommentar und danke, dass du mich nicht für dumm hältst 😉

      Ich gehe deinen Kommentar einfach mal von oben nach unten durch.

      1. Ich bin ganz deiner Meinung. Vieles stimmt sicher nicht, vieles ist sicherlich auch übertrieben. Aber was davon genau? Was stimmt, was stimmt nicht? Um ein System zu verstehen, muss man es erst annehmen um es später für seine Kunst neu zu erschaffen.

      2. Ja, G-Dilly?! Ich glaube, dass Dillman es wirklich drauf hat und er an seine Kunst zu 100% glaubt. Er ist aber auch Amerikaner, er liebt die Selbstinszenierung und verdient mit der Verbreitung des Kyusho Geld. Ich finde es noch schwer, hier mir wirklich eine Meinung zu machen. Ich kenne ihn nicht persönlich und nur über das Lesen von Artikeln lernt man keine Person kennen, oder? Trotzdem sollte man vorsichtig sein.

      3. Über die Existenz von „Vitalpunkten“ müssen wir, glaube ich, nicht diskutieren. Sie existieren! Wenn der Begriff „Vitalpunkte“ zu esoterisch klingt, dann eben ein westlicher Begriff, wie „Nervendruckpunkte“.
      Die Kampfkünste wurden meist im Geheimen unterrichtet. Nach 1900 haben viele Meister mit dieser Tradition gebrochen und eine „Aller-Welts-Kampfkunst“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die 20 Punkte, die Funakoshi beschrieben hat, sind sicher nicht die Einzigen, die er kannte. Es war eher ein Hinweis zum Weiterdenken.
      Das Buch „Bubishi“ habe ich nicht gelesen. Kannst du es empfehlen?
      Betrüger, Scharlatane, falsche Überlieferungen oder Übersetzungen hat es sicher immer gegeben. Wieso sollte es damals anders, als heute gewesen sein? Die Kampfkünste wurden von „Herz-zu-Herz“ überliefert. Irgendetwas geht da immer verloren oder wird falsch verstanden. Aber wenn diese Einstellung schon vorliegt, so müsste man doch seine ganze Kampfkunst hinterfragen, oder?
      No-Touch-Knockout ist ein ganz heikles Thema. Ich tue mich auch sehr schwer daran zu glauben. Ich müsste es am eigenen Leib erfahren. Ich hoffe, es ergibt sich irgendwann nochmal die Gelegenheit.

      4. Glaubst du daran? Hast du schon Erfahrungen am eigenen Leib gespürt? Ich weiß nur, dass nicht alle Punkte bei mir funktionieren. Aber viele Punkte funktionieren.

      5. Kennst du die Geschichte von den Blinden, die einen Elefanten betatschen? Sie fassen den Elefanten an und einer sagt, ein Elefant ist ein Stamm. Ein anderer meint, ein Elefant ist wie eine Schlange usw. Übertragen auf die Wissenschaft, Esoterik, Religion, Philosophie und und und… könnte es das gleiche Phänomen sein. Alle haben recht und alle haben unrecht. Es fehlt das Global Picture.

      Nochmal danke für deine Gedanken. Es geht sicher Vielen so. Du hast mir echt noch ein paar Denkanstöße gegeben.

      /Rei

  2. Felix 21. Oktober 2015 at 12:54 - Reply

    Na, ich denke wir sind uns größtenteils einig.

    Man muss halt eine gute Balance zwischen Offenheit und Skeptik finden.

    (Dabei kann man’s belassen, aber ich schreibe so gerne…)

    Mir gefällt der Vergleich mit dem Elefanten. Ich kenne die aus dem Religionsunterricht, aber auf Wissenschaft lässt sich das auch übertragen.

    Ich habe mal was gelesen über die Frage, ob Zahlen „real existieren“ (okay, eigentlich war es ein Youtube-Video ^^).
    Häufig werden zwei Gruppen gegenübergestellt Konzepte, wie Zahlen oder von mir aus Gefühle, die „nicht echt da sind“ und auf der anderen Seite „Sachen, die man anfassen kann“. Und dann wurde gefragt, wo man denn Atome einordnen würde.
    Weil das eben schwer ist Atome einzuordnen, könnte man Schlussfolgern, dass die Unterscheidung in die zwei Kategorien auch problematisch ist. (Ich hab das Video gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=eAef_ojBYhc)

    Ki ist vielleicht wie Atome, einfach ein hilfreiches Konzept von einer anderen Seite betrachtet. Dass Leute mit ALLEM auch Humbug anstellen, muss man nicht diskutieren.

  3. Esther Weber 11. November 2015 at 10:04 - Reply

    Finde deinen Blog sehr genial und wollte dir sagen, dass ich das toll finde, wieviel Mühe und Zeit du in deine Texte investierst. Einen Fan hast du sicher! LG

    • Basty 11. November 2015 at 11:23 - Reply

      Hey Eshter,

      danke für deinen lieben Kommentar. Der Blog ist noch recht jung (Okt 2015) aber es ist so schön jetzt schon so tolles Feedback zu bekommen.
      Ich werde mir auch weiterhin viel Mühe mit den Artikeln machen. Es steckt wirkliches Herzblut dahinter.
      Aber auch für Verbesserungen bin ich immer offen. Die Budogemeinschaft muss zusammenhalten und zusammenwirken.

      Danke Esther!

      /Rei

  4. Duke 16. November 2015 at 14:03 - Reply

    Hey Basty!
    Ich kenne die Nervendruckpunkte noch aus der Schulzeit und kann nur sagen, bei mir schmerzen einige. Aber großartig befasst habe ich mich mit dem Thema noch nicht. Es klingt sehr spannend und ist von dir wieder einmal sehr gut und verständlich ausgearbeitet worden. Klasse!

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade im Bodenkampf, wenn einer nicht ruhig zu bekommen ist oder einfach nicht aufgeben möchte, ich doch immer wieder gerne die paar mir bekannten Punkte bearbeite. Bisher fuhr ich damit immer sehr gut und es hat immer gewirkt, jedoch musste ich bei einigen oft eine Zeit lang suchen bis der Punkt wirklich getroffen wurde. Wie bei so vielem gehe ich davon aus, dass sie existieren, bei jedem von uns, aber unterschiedlich anfällig auf Manipulation oder Angriffe von außen sind. Interessant wäre doch mal sich Gedanken über eine Verteidigungsstrategie zu machen?! Geht so etwas? Eventuell durch Atem- oder Energiekontrolltraining?
    LG, Duke

  5. […] Weil es Spaß macht und weil es der nächste Schritt ist. In der Kampfkunst bedeutet Stillstand Tod. Wenn wir auf dem Weg sind, sollten wir immer bestrebt sein, weiterzugehen. Wenn Du dich für Vitalpunkte jetzt erwärmt hast, hier ein kleiner Artikel mit ein paar Grundlagen zum Kyusho Training. […]

  6. […] Du dich jedoch mit dem Partnertraining vollständig überschlägst, will ich dir noch ein paar grundlegende Dinge zum Vitalpunkt Training mit auf den Weg […]

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