Nutzen des Makiwara Trainings

Was ist der eigentliche Nutzen des Makiwara Training. Es sind nicht 100 Gründe, es sind drei. Manchmal ist weniger einfach doch viel viel mehr!

Ich find das Training am Makiwara einfach cool. Es hat irgendwie etwas sehr Ursprüngliches, wenn man am Schlagbrett trainiert. Aber neben diesem alten Karate-Flair muss das Ding ja auch fürs Training irgendwie nützlich sein. Dazu hier mehr!

Ich trainiere jetzt seit einiger Zeit täglich an meinem Makiwara. Neben zwischenzeitlicher Unlust, aufgeplatzten Knöcheln, schmerzenden Finger habe ich mir manchmal die Frage gestellt, wieso tue ich mir das an. Also habe ich das Internet um Rat gefragt.

  • Mit Makiwara Training härtest du deine Faust ab.
  • Mit Makiwara Training verfeinerst du deine Technik.
  • Kime ist der Haupttrainingsaspekt.
  • Hüftmuskulatur zu trainieren.
  • Optimieren der Gesamtmotorik von Schlagtechniken.
  • Das nachlassende Schmerzempfinden.
  • Die Schulung der Muskeln.
  • Die Schlagwirkung auszubauen.
  • Schüler zu bestrafen (Im wahren Budo gibt es keine Bestrafung, nur die Lehre des Weges).
  • Es geht um Kontakt, d.h. die richtige Distanz zum Makiwara.
  • Die Stabilisierung der Stände.

Viele Meinungen, viel Blabla, zwischendurch mal ein paar Beleidigungen aber ich denke, ich konnte mir ein recht gutes Bild über den eigentlich Nutzen des Makiwara machen. Und es sollte klar sein, dass alle recht haben. Außer die Beleidigungen! Das ist BUDO-LOS!

Wenn ich die einzelnen Ziele zusammenfasse, bleiben meiner Meinung nach drei große Komponenten übrig.

Der Nutzen des Makiwara Training

  1. Abhärtung: Hierunter zählen Abhärtung der Fäuste, Stabilisierung des Knochengerüsts, nachlassendes Schmerzempfinden, Kontakt.
  2. Technikausführung: Verfeinerung der Technik, Hüfteinsatz, Schulung der körperlichen Gesamtmotorik und Muskulatur, Distanz, Stabilisierung der Stände.
  3. Kraftübertragung: Training unterschiedlicher Arten von Kime, Entwicklung einer physischen Schlagwirkung.

Du könntest natürlich jetzt einwenden, dass in der Kampfkunst immer alles zur gleichen Zeit trainiert wird. Da würde ich dir sogar zustimmen. Für mich dient diese Aufteilung eher als Verständnishilfe. So kann ich den primären Fokus meines Trainings auch besser steuern.

Weiter im Text.

Wenn ich weiter sinniere (ja, manchmal muss auch sinniert werden), stelle ich mir diese Ziele als eine Art Regelkreislauf vor.

Dialogbox Nutzen Makiwara

Der Anfänger muss seine Trefferflächen zunächst vorbereiten, danach kann er sich an die korrekte Technikausführung machen und dann unterschiedliche Arten der Kraftübertragung trainieren.

Sozusagen von der Schüler- zur Meisterschaft.

Diese Darstellung empfinde ich aber als ein bisschen zu einfach. Der Trainingsprozess gestaltet sich komplexer und baut immer aufeinander auf.

Wir härten ab, unserer Technik wird feiner, die Schlagwirkung wird stärker. Also müssen wir unserer Trefferflächen wieder mehr vorbereiten und und und.

#1 Abhärtung der Trefferflächen

Oft wird als primäres Ziel des Makiwara-Trainings die Abhärtung der Trefferflächen an Hand, Fuß usw. genannt. Dem kann ich nur eingeschränkt zustimmen.

Wenn du zum ersten Mal das Training am Makiwara aufnimmst, ist die schrittweise Abhärtung der Trefferflächen ein wichtiger Punkt. Sind deine Trefferflächen nämlich ungenügend auf das Training vorbereitet, kannst du dich langfristig schwer verletzen. Daher sollte die langsame Gewöhnung an das Auftreffen zu Beginn erste Priorität sein.

#2 Technikausführung

Nur durch eine korrekte Technik wirst du dir langfristig nicht schaden und dein Karate verbessern. Zur guten Technik gehören neben der eigentlichen Schlagausführung, noch Distanz, Skelett- und Muskulaturausrichtung, Stabilität im Stand und die geistige Einstellung.

#3 Entwicklung unterschiedlicher Formen der Kraftübertragung (Kime)

Im Karate (für mich) oder jeder anderen Kampfkunst spielt die Kraftübertragung, Energieübertragung oder Kime der Technik aufs Ziel eine wesentliche Rolle. Die Prinzipen der Übertragung können nur am Partner, am Sandsack oder am Makiwara ausreichend trainiert werden.

Durch das Training am Makiwara kannst du somit deine Technik nach und nach immer weiter verfeinern. Nur durch korrekte Technik und richtiges Kime wird deine Technik Erfolg haben.

Das kontinuierliche Training am Makiwara wird deine Kampfkunst maßgeblich beeinflussen und hoffentlich auch bereichern.

Wenn Du der Meinung bist, das Makiwara Training ist absoluter Humbug, kann ich dich natürlich auch verstehen. Nicht jedes Trainingsmittel ist für jeden geeignet. Jedoch unbestreitbar sollte sein, dass die Kampfkunst einen Widerstand zur Erprobung benötigt. Ohne diese schlägt man nur Luftschlösser, ähm Luftlöcher meine ich natürlich. Denn schlagen auf harten Kontakt muss, so wie vieles andere auch, gelernt sein.

Wie stehst Du zum knallharten Makiwaratraining? Bis Du Pro, Con oder absoluter Hater 😉

/Respekt

PS: Wenn Du jetzt so richtig bock auf Makiwara Training bekommen hast, aber noch keines hast, dann Bau dir dein Makiwara doch einfach selbst.

 

By |2017-11-12T16:17:58+00:00Mai 23rd, 2018|0 Comments

Leave A Comment

*

Teilen
Twittern
+1
0 Shares