Ist deine Tasse voll?

Ein Professor möchte Belehrung, doch seine Tasse ist einfach zu voll. Eine Geschichte über ZEN, Mönche, nasse Hosen und Thermoskannen.

Ein Professor wanderte weit in die Berge, um einen berühmten Zen-Mönch zu besuchen. Als der Professor ihn gefunden hatte, stellte er sich höflich vor, nannte alle seine akademischen Titel und bat um Belehrung.

‚Möchten Sie Tee?‘ fragte der Mönch.

Ja, gern, sagte der Professor.

Der alte Mönch schenkte Tee ein. Die Tasse war voll, aber der Mönch schenkte weiter ein, bis der Tee überfloß und über den Tisch auf den Boden tropfte.

‚Genug! rief der Professor‘. Sehen Sie nicht, daß die Tasse schon voll ist? Es geht nichts mehr hinein.

Der Mönch antwortete: Genau wie diese Tasse sind auch Sie voll von Ihrem Wissen und Ihren Vorurteilen. Um Neues zu lernen, müssen Sie erst Ihre Tasse leeren.

Ich liebe diese kleinen Geschichten. Doch ist es immer wieder interessant, dass jeder in ihnen etwas anderes sehen kann.

Für mich ist es eine Geschichte über Lernen. Möchtest Du etwas Neues lernen, musst Du zunächst das Alte hinter Dir lassen. Sonst wirst Du Dich nicht vollständig auf das Neue einlassen können.

Ich frage mich jetzt nur, was passiert mit dem ganzen Alten? Wird es vollständig geleert, um Kapazität für Neues zu haben? Oft entsteht doch gerade durch die Kombination von alten Erfahrungen mit neuen Erfahrungen etwas völlig Andersartiges.

Sollten wir die Geschichte um eine zweite Tasse oder eine größere Tasse ergänzen 😉

‚Genug! rief der Professor‘. Sehen Sie nicht, daß die Tasse schon voll ist? Aber keine Sorge, ich habe eine Thermoskanne dabei.

Der Mönch antwortete: Oh, damit hab ich jetzt nicht gerechnet!

Was liest Du in dieser Geschichte?

/Rei

By |2017-11-12T15:36:45+00:00Mai 9th, 2018|0 Comments

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