Ufugusuku nu Kun 大城の棍 (Bojutsu Kata-Serie)

Andreas Quast widmet sich der Kata Ufugusuku nu Kun. Herkunft, Linie, Übungen und Vorführung.

Das Projekt Teyaku geht in die nächste Runde. Vielen Dank an Axel Heinrich für die tolle Übersetzung.

Aus dem Englischen „Ufugusuku nu Kun (Bojutsu Kata Series)“ von Andreas Quast, 11. April 2015.

Von Axel Heinrich

[Hervorhebungen im Original von Andreas Quast, A.H., Fotos mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Andreas Quast.]

Ufugusuku nu Kun 大城の棍

Ufugusuku nu Kun ist eine Kata, die von Ōshiro Chōjo (1887-1935) entwickelt worden ist, um am Lehrerseminar der Präfektur Okinawa (Okinawa-ken Shihan Gakkō) und der Gewerbe-Schule (Kōgyō-gakkō) Budō zu lehren. In der Vorkriegszeit galt Chōjo zusammen mit Yabiku Mōden als der führende Kopf des Okinawa Kobudō. Es heißt, Chōjo kam dank dieser engen Beziehung in Kontakt mit Chinen Masanra vom Yamane-ryū Bōjutsu; ein Stil, in dem Chōjo selbst ein ausgezeichneter Meister wurde.

Auf Okinawa wurde die Ufugusuku nu Kun innerhalb zweier Linien überliefert:

  • Ōshiro Chōjo => Maeshiro Chōtoku =>  Nakamoto Masahiro
  • Ōshiro Chōjo  => Chinen Masami  => Kishaba Chōgi und Higa Seitoku.

Es lassen sich gewisse Unterschiede in den Kata und in der Handhabung des Bō ausmachen. Die Kata ist um einige Basis-Techniken herum gebaut worden, deren charakteristisches Merkmal eine sich wiederholende Folge identischer Technik-Kombinationen in vier Richtungen ist:

  • Ushiro-zuki [außer der 1. Bahn] – Uke-kamae [außer der 1. Bahn] – Shōmen-uchi – Chūdan-zuki – Harai-uke – Shōmen-uchi – Gedan-uke – Shōmen-uchi.

Natürlich vermag die Bezeichnung der Techniken hier und da verschieden sein. Die Techniken werden schnell ausgeführt, auf jede Drehung folgt ein Ushiro-zuki.

Schulen, in denen diese Kata gelehrt wird, unterrichten sie meist als erste Bō-Kata, womit sie als eine Art „Einführungs-Kata“ gesehen werden kann. Dennoch ist sie, auf fortgeschrittenem Level ausgeführt, eine interessante Kata für Aufführungen. Heute wird Ufugusuku nu Kun in einer Vielzahl Schulen unterrichtet und geübt, darunter im Bunbukan und Shubukan, im Ryukyu Kobudo Shinkokai und in anderen Schulen, wie auch im Kyokushin. Mitunter wird sie in ihrer modernen japanischen Lesart „Ōshiro no Kon“ ausgesprochen.

Zum Üben

Für Lernzwecke findet man im Internet eine Vielzahl an Videos:

Eine detaillierte schriftliche Beschreibung, die sich anhand von Fotos schrittweise nachvollziehen lässt, ist in unserem Buch Okinawa Kobudō – Volume II zu finden.

Anwendung

Wenn Du selbst noch nicht in der Lage bist deine eigenen Techniken und Ideen aus der Kata zu kreieren, kannst Du diesem einfachen kumi-bō Drill folgen.

Vorführung

Hat man jeden einzelnen Schritt und jede Technik sowie einige Anwendungen gelernt, kann man endlich damit beginnen, sie aufzuführen; so wie in dieser Version der Ufugusuku no Kon aus dem Kubagawa Shubukan von Kinjō Masakazu.

Ich hoffe, der Artikel hat dir gefallen. Lass schnell noch einen Kommentar dar. So zeigt Du am besten, dass Du unsere Arbeit gut, lesenswert und nachdenkenswert findest.

/Respekt

Teyaku 手訳  ist die Kurzform von Te no honyaku (手の翻訳) bzw. Te honyaku (手翻訳) und bedeutet wörtlich so viel wie „Übersetzungen des Te“, wobei „Te“ hier stellvertretend für Karate stehen soll. Teyaku ist ein Projekt von Axel Heinrich (hier geht es zu seiner Seite KURO MORI BUDŌ RENMEI DŌJŌ) und mir, in dem wir – aus unserer Sicht – bedeutende englischsprachige Texte rund um die Kampfkünste ins Deutsche übersetzen. Warum? Wir haben festgestellt, dass es im deutschsprachigen Raum Kampfkünstler und Weggefährten gibt, die sich solche Übertragungen wünschen; welche Gründe auch immer gelten mögen. Euch möchten wir die zahlreichen Text-Schätze von Iain AbernethyJesse EnkampAndreas Quast und anderen nicht vorenthalten und haben sie, nach dem wir zuvor die Genehmigung der betroffenen Autoren eingeholt haben,  übersetzt.
By | 2017-11-12T14:17:30+00:00 Februar 7th, 2018|0 Comments

Leave A Comment

*

0 Shares
Teilen
+1
Twittern