Wie Du dich im Kampf selbst erkennst!

Wie erkennst Du dich in einer Auseinanersetzung selbst. Weg von theoretischer Selbsterkenntnis hin zu praktischer Selbsterfahrung. Give it a try!

Selbsterkenntnis ist doch ein spannendes Ding. Immerhin wird es überall angepriesen, in vielen Berufszweigen verlangt und außerdem ist es oft auch ein persönliches Anliegen.

Selbsterkenntnis!?

Was ist das? Laut Definition die Erkenntnis einer Person über das eigene Selbst.

Bei so Definitonen, brauch ich auch keine Definition. Die dreht sich ja nur im Kreis.

Gehen wir es anders an. Vielleicht stellen wir uns einfach ein paar coole Fragen.

  1. Wer bin ich?
  2. Welche Ziele habe ich?
  3. Was habe ich schon erreicht?
  4. Wer will ich sein?
  5. Was sind meine Bedürfnisse?
  6. Was sind meine Stärken und Schwächen?

Jetzt wird es doch schon konkreter. Doch auch hier komme ich an ein paar Grenzen. Wenn ich die Fragen beantworten könnte, dann wüsste ich doch wer ich bin?

Was ist, wenn ich es nicht weiß? Was ist, wenn mich Nachdenken über mich selbst nicht näher zur Selbsterkenntnis bringt? Entweder weil ich es einfach nicht weiß, mir unsicher über mich bin, oder ich mich im schlimmsten Fall sogar belüge?

Das kann alles sein. Also komme ich mir auf diesem Wege vielleicht doch nicht näher?!

Ich glaube, dass es sich nicht ganz so schlimm damit verhält. Jeder, der über sich nachdenkt, wird zu irgendwelchen Erkenntnissen über sich kommen. Es kann jedoch gut sein, dass Du mehr möchtest!

Mehr Erkenntnisse über dich

Ich habe kein Patentrezept, nichtdestotrotz habe ich eine Möglichkeit, die dir weiterhelfen könnte. Lass es mich mit den Worten Humboldts sagen.

Die Bildung des Menschen ist die Verknüpfung „unseres Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regsten und freiesten Wechselwirkung.“ – Humboldt

Das klingt zwar anfangs ein bisschen sperrig, aber der Kerl ist ja auch schon ein bisschen eingestaubt. Alter Mensch, alte Sprache gleich riesen Verwirrung in unseren Köpfen.

Im Prinzip sagt Humboldt damit aus, dass sich der Mensch nur bilden kann, wenn er mit der Welt in Kontakt kommt. Sogar Sokrates, der alte Stammtisch Philosoph, war schon der Meinung, dass Selbsterkenntnis nur durch andere Menschen möglich sei.

Wir müssen also raus. Raus aus den eigenen vier Wänden, raus auf die Straße, raus in die Welt.

Raus auf die Matte

Wenn ich also schreibe du musst in Wechselwirkung mit deiner Welt treten und du kannst dich nur in anderen Menschen wieder erkennen, dann passt das eigentlich ganz gut, dass sich dieser Blog mit Persönlichkeitsentwicklung, Selbsterkenntnis, Kampfkunst im Alltag, und Kämpfen im Allgemeinen beschäftigt. Kämpfen funktioniert meist nur in der Welt und zugleich mit anderen Personen. Also stell dich auf die Matte und erkenn dich selbst.

Wie funktioniert das sich selbst erkennen im Kampf?

Vorab muss ich sagen, dass ich von einer ganz bestimmten Voraussetzung ausgehe. Wenn Du davon nicht ausgehen möchtest, dann musst du gar nicht weiterlesen, weil dann würden wir ab jetzt aneinander vorbei reden.

Und zwar ich gehe davon aus, dass wie ich mich verhalte, was ich tue, was ich mit meinem Körper mache, Ausdruck meiner Persönlichkeit ist!

Also wie ich mich gebe, so bin ich auch!

Wenn wir das jetzt auf den Kampf übertragen, dann können wir davon ausgehen, dass ich im Kampf ja irgendetwas tue. Kämpfe ich schüchtern und zurückhaltend? Kämpfe ich aggresiv? Kämpfe ich ohne Rücksicht auf Verluste? Bin ich völlig ruhig? Bleibe ich nur auf einer Stelle stehen? Bewege ich mich extrem viel? Oder ein anderes Beispiel: Gehst du sehr überlegt an den Kampf ran, versuchst Schwächen zu finden und deine Stärken optimal einzusetzen? Oder bist du eher dieser Harakiri-Typ und machst Rambo alle Ehre, haust einfach voll rein, komme was da wolle.

Dieses Verhalten im Kampf könntest Du jetzt auf deine Persönlichkeit übertragen.

Das hat natürlich nichts damit zu tun, ob Du Weinliebhaber bist oder welchen Sport Du gerne machst.

Es geht um andere Erkenntnisse über dich! Erlaube mir zu sagen, dass diese Erkenntnisse tiefer gehen. Nicht deine persönlichen Vorlieben stehen im Vordergrund, sondern wie Du dich in und gegenüber der Welt verhältst. Du könntest es mit deinen Eigenschaften umschreiben. Und zwar welchen, die Du verinnerlicht hast, die aus dir raussprudeln, wenn die Situation sich ein wenig deiner Kontrolle entzieht und Du „Du“ sein musst!

Andererseits kannst Du in einem Kampf auch deinen Gegner beobachten. Vielleicht erkennst du Verhaltensweise, die dir direkt sagen, dass bin ich. So verhalte ich mich auch. Als ob ich in einen weniger schönes Spiegelbild schauen würde. 😉

Du erkennst dich also in dem Anderen. So rücken wir der Selbsterkenntnis noch ein bisschen näher.

Dein körperlicher Ausdruck ist Ausdruck deiner Persönlichkeit, die Du im Kampf beobachten kannst! Klick um zu Tweeten

Abseits der Matte

Das ganze funktioniert natürlich auch außerhalb einer körperlichen Auseinandersetzung. Es muss nicht immer „hau drauf und Lichter aus“ heißen. Es ist okay nicht körperlich kämpfen zu wollen. Immerhin kann das weh tun oder es werden Menschen verletzt. Jedem das seine!

Ich hatte ja schon gesagt, ich bin ein komischer Vogel. Ich sehe überall Kampf und das Leben ist ein wilder Ponyhof. Deswegen sind Kampferfahrungen und Beobachtungen von dir Selbst auch anderswo möglich.

Zum Beispiel, wenn du dich mit jemandem streitest. Wie streitest du dich?

  • Bist du sehr laut?
  • Sehr zurückhaltend?
  • Schnell verletzt und beleidigt
  • Lässt dich alles kalt?
  • Hast Du ein „dickes Fell“?
  • Schägst Du unter die Gürtellinie?
  • Weicht Du dem Streit aus?
  • Usw.

Auch das sind Verhaltensweise, die etwas über deine Persönlichkeit aussagen. Und auch bei einem Streit handelt es sich um eine Ausnahmesituation. 

Genauso kannst Du deinen Streitpartner beobachten. Wie reagiert er? Würdest Du ebenfalls so reagieren, wenn jemand so mit dir streitet?

Fazit

Die Idee ist, dass Du nicht theoretisch so viel über dich grübeln sollst. Ich gehe davon aus, dass unsere Persönlichkeit sich in unserem Handeln wiederfindet. Alles, was wir tun, ist Teil und Ausdruck unserer Persönlichkeit.

Der Kampf ist eine Methode diese Persönlichkeit genauer zu beobachten. Die Situation im Kampf ist nicht alltäglich. Sie setzt uns unter Stress. So ist es kaum möglich sich großartig zu verstellen. Dein wahres Ich muss rauskommen spielen, sonst wirst Du eventuell gefressen. 😉

Natürlich kannst Du diese Erfahrungen auch abseits von körperlichem Kampf machen. Immerhin ist das Leben ein ständiger Kampf.

Kennst Du weitere Möglichkeiten der praktischen Selbsterkenntnis? Theorie schön uns gut, aber wo bist Du wirklich Du selbst?

/Train Insayan

Basty

By |2017-11-15T19:16:52+00:00November 15th, 2017|0 Comments

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