Zu leben heißt zu kämpfen

Warum kämpfen wir? Was hat Kämpfen mit Leben zu tun? Kampfkunst ist Lebenskunst, echt jetzt?!

Vor ein paar Tagen bin ich über diesen Spruch gestoßen. Wie sich herausgestellt hat, ist es ein Zitat von Lucius Seneca, einem römischen Philosophen. Und so kam ich ins Grübeln. Stimmt das und was bedeutet es für mich?

Zu leben heißt zu kämpfen. – Seneca

Ich leite eine kleine Trainingsgruppe, die sich mit Selbstverteidigung auf Basis von Nervenpunkten beschäftigt. Das ist die Kurzfassung. Eigentlich machen wir noch viel mehr. Jedenfalls bin ich in der Kampfkunstszene viel unterwegs und „kämpfe“ mich sozusagen durch meine freien Wochenenden. Viele blaue Flecken, manchmal gehen auch die Lichter aus und immer ist viel Spaß bei der Sache dabei.

Wenn ich mir das Zitat aus dieser Perspektive anschaue, dann trifft es auf mich voll und ganz zu. Leben heißt zu Kämpfen. Denn für mich ist Kämpfen Spaß. Ich verbringe damit meine Freizeit.

Doch seien wir mal ehrlich. So würde es nur ein Verrückter, wie ich verstehen, oder?

Normalerweise wird Kämpfen als schlimm, schmerzhaft und vermeidenswert angesehen. Immerhin kann Kämpfen auch mega in die Hose gehen. Um´s Überleben kämpfen, zum Beispiel.

Schwarz vs. Weiß

So einfach, wie ich es oben dargestellt habe, ist es aber nicht. Oder ich sag es lieber anders…

Für mich stellt sich dieses Thema nicht so einfach dar!

In einer Zeit, die durch ein großes Maß an Sicherheit geprägt ist, ist Kämpfen in vielen Fällen in den Hintergrund gerückt. Es ist sogar verpönt, zu kämpfen. Immerhin verletzt man so Menschen, übertritt Grenzen. Grauenvoll!!!

Dann ist Selbstverteidigung top aktuell. Sind wir wirklich so sicher? Die Medien behaupten vielerorts etwas anderes.

Doch schauen wir ein bisschen genauer hin. Egal ob die Zeiten super sicher sind oder die Medien uns furchtbare Dinge ausmalen. Eigentlich kämpfen wir immer und überall!

  • Zeitmanagement ist der Kampf mit der Zeit.
  • Verhandlungen sind eine verbale Form des Kampfes.
  • Am Süßigkeitenregal im Supermarkt vorbeizugehen, ist der Kampf mit dem inneren Schweinehund.
  • Streit in der Familie ist ebenso ein Kampf.

Überall ist Kampf, aus dem einfachen Grund, weil das Leben kein Ponyhof ist. 😉

Nein, Spaß beiseite. Das Leben ist zwar kein Ponyhof aber selbst wenn, dann glaube ich, dort geht es auch mal richtig rund.

Was heißt Kämpfen?

Kämpfen ist eine Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Positionen. Dies können zwei Menschen sein, unterschiedliche Gruppierungen, ein innerer Konflikt usw. Einfach alles, wo zwei Meinungen aufeinanderprallen, die sich nicht gleichberechtigt tolerieren und versuchen Recht zu bekommen oder zu behalten.

Gehen wir zurück in die körperliche Auseinandersetzung, also Kampf im physischen Sinne. Ich bin ein Hobby-Kämpfer. Es tut mal weh aber eigentlich bin ich nie wirklich in Gefahr. Doch treiben wir es mal auf die Spitze und lassen mich in Gefahr kommen. Dann wird Kampf zum Über“leben“skampf.

So rücken wir dem Zitat noch ein bisschen mehr auf die Pelle.

Leben heißt zu Überleben!

Überleben tut man mit guten Überlebensstrategien. Und nichts anderes hat es mit Kämpfen auf sich. Ein guter Kämpfer hat gute Strategien, um sein Überleben zu sichern.

Wie sich für mich über die letzten Jahre gezeigt hat, ist die Idee von Kampf und Leben oft identisch oder läuft eng parallel. Wie ich mich auf der Matte verhalte, ähnelt auch der Situation im Büro.

Gehe ich respektvoll mit meinen Mitmenschen um, oder denke ich nur ans Gewinnen, ohne Rücksicht auf Verluste. Bin ich konsequent in meinen Entscheidungen, bringe ich eine Technik ordentlich zum Abschluss. Wie ich mit Problemen umgehe, zeigt sich gleichfalls in der direkten Auseinandersetzung mit einem Kampfpartner. Bin ich leicht abgelenkt oder panisch, überwältigen mich Probleme, gebe ich leicht auf.

Auf den Punkt gebracht!

Die Strategien des Kampfes lassen sich auf das Leben übertragen und umgekehrt. Wir kämpfen jeden Tag. Jeden Tag gibt es Auseinandersetzungen mit anderen oder mit uns selbst. Seien es körperliche Auseinandersetzungen oder geistige.

Sich gute Strategien zurechtzulegen, ist ein guter Weg auch im Lebenskampf zu bestehen. Geh nicht unüberlegt an dein Leben ran. Du hast nur eines!

Kinder brauchen unsere Unterstützung!

Was auf uns zutrifft, trifft ebenso auf die Kleinen unter uns zu. Kinder kämpfen auch jeden Tag. In der Schule, auf dem Spielplatz und zu Hause gegen ihre Eltern. Oft, zum Leidwesen der Erwachsenen, ist es ein Kampf auf körperlicher Ebene. Doch auch Kinder suchen die Auseinandersetzung. Sie wollen wachsen, sie wollen wissen wer der Stärkere ist.

Es liegt an uns, diese Kämpfe von Kindern zu beobachten. Im Kampf können wir die Kinder verstehen lernen. Auch müssen wir für Sicherheit sorgen. Dies heißt nicht Kämpfe zu unterbinden, sondern die Kämpfe sicher gestalten und bei Bedarf nur einzuschreiten. Ebenso liegt es an uns den Kids alternative Strategien zu zeigen. Wie sollen sie mit anderen Meinungen und Vorstellungen umgehen? Was ist, wenn sie mal verlieren oder gewinnen? Und manchmal müssen wir die Kämpfe der Kinder einfach aushalten.

Kinder sind viel viel stärker im und am Lernen wie wir. Als Erwachsene haben wir schon einen gewaltigen Weg hinter uns. Viele Erfahrungen wurden gemacht und Kämpfe ausgetragen. Kinder haben das noch nicht. Sie brauchen unsere Unterstützung.

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/Geh deinen Weg

Basty

PS: Wenn Du die eine Wahrheit sucht, wirst Du dich in tausend Wahrheiten verlieren.

By |2017-10-30T10:02:22+00:00Oktober 30th, 2017|0 Comments

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