Bastel dir dein eigenes KK-Konzept

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Prüfungsordnungen, Curricula, mehr oder weniger enge Vorgaben. Überall gibt es sie in der Kampfkunst. Das ist auch in Ordnung. Sie geben Struktur und am Ende auch die Möglichkeit der Überprüfung.

Doch merke ich ganz oft, dass sich die Leute keine eigenen Gedanken mehr machen. Dabei ist doch das der eigentlich Spaß an der Kampfkunst.

Also lass uns ein bisschen denken.

Kampfkunst ist Kampf. Egal, was andere sagen. Kampfkunst ist Bewegung, Kampfkunst ist Körperschulung, Kampfkunst ist eine spirituelle Erfahrung. Ja, meinetwegen! Aber zuallererst sollte es Kampf sein. Sonst müsste ich es ja auch nicht Kampfkunst nennen. Ansonsten wäre doch Bewegungskunst oder Kunst zur körperlichen Selbsterfahrung besser.

Bleiben wir bei Kampf.

Kampf setzt einen Gegner voraus. Dieser greift uns an.

Das klingt irgendwie zu einfach. Naja, es mus auch auch nicht immer kompliziert sein!

Aber hier liegt der Knackpunkt: Wir werden angegriffen. Also könntest Du dir überlegen, ob Du dein persönliches KK-Konzept an unterschiedlichen Angriffen orientierst.

Der Einfachheit halber orientiere ich mich hier an den Szenarien der HAPV-Theory. Ich bin zu faul, um es jetzt zu übersetzen oder mir eine einfacherer Kategorisierung auszudenken. Sieh mir das bitte nach.

1. Straight kicks 2. Angular-type kicks 3. Straight punches 4. Circular punches 5. Downward strikes 6. Upward strikes 7. Knee & Elbow strikes 8. Head-butt/Biting & spitting 9. Testicle squeeze 10. Augmented foot/leg trips 11. Single/double-hand hair pull from the front/rear 12. Single/double-hand choke from the front/rear 13. Front neck choke from rear 14. Classical head-lock 15. Front, bent-over, augmented choke (neck-hold) 16. Half/full-nelson 17. Rear over-arm bear hug (& side variation) 18. Rear under-arm bear hug (& side variation) 19. Front over-arm bear hug (& side variation) 20. Front under-arm bear hug (& side variation) 21. Front/rear tackle 22. One-handed wrist grab (same & opposite sides-normal/reversed) 23. Two-handed wrist grabs (normal/reversed) 24. Both wrists seized from the front/rear 25. Both arms seized from the front/rear 26. Single/double shoulder grab from front/rear 27. Arm-lock (behind the back) 28. Front arm-bar (triceps tendon fulcrum up supported by wrist) 29. Side arm-bar (triceps tendon fulcrum down supported by wrist) 30. Single/double lapel grab 31. Single/double-hand shove 32. Garment pulled over the head 33. Seized & impact 34. Single/double leg/ankle grab from the front (side/rear) 35. Ground straddle 36. Attacked (kicked/struck) while down
Das sind also 36 Angriffe, die deine KK abdecken müsste. Auch hier erlebe ich es immer wieder, dass ein Kampfkünstler 10 Variationen für die Abwehr eines geraden Schlages hat. Das ist spannend und beeindruckend aber wieso so viel Energie in einen Angriff stecken?
 
So der erste Schritt zum eigenen KK-Konzept wäre getan. In diesem Fall alle 36 Angriffe mit einer simplen Basisanwendung abwenden können.
 
Und im Prinzip ist dieser Schritt, der einzige den Du brauchst. Hast du alle Angriffe abgedeckt, geht es an die Optimierung der Verteidigung. Zum Beispiel verknüpfte deine Techniken mit den Regeln des Tuite oder den Regeln des Kyusho. Arbeite für jede Verteidigung deine Stellung, Körperausrichtung und -mechanik aus. Erhöhe das Stresslevel und die Intensität.
 
Dies macht auch mMn den Unterschied zwischen Meister und Schüler aus. Der Meister kann nicht viele Techniken (natürlich kann er die auch, immerhin sollte er schon länger trainieren), er hat viel eher die Basis für sich immer weiterentwickelt, Bewgeungen hinzugefügt, Prinzipien verinnerlicht, seinen Körper gestählt. Er wird nicht zum Meister, indem er irgendwann geheime und neue tödlichere Techniken lernt. Er hat nur die Basis gemeistert und für sich transformiert!
 
Für mich jedenfalls sieht die Wahrheit folgendermaßen aus. Meine Kampfkunst entsteht nicht aus einer Stilrichtung oder einzelnen Techniken! Sie entsteht viel mehr aus der Reaktion auf einen Angreifer. Und dieser wirft mir etwas entgegen, mit dem ich umgehen muss. So sollte auch die Perspektive aussehen. Nicht die eigene Technik kommt zuerst, der Angriff auf unsere Unverehrheit kommt zuerst, welche wir mit unserer KK verteidgen wollen.
 
Hoffe es waren ein paar Gedanken für dich dabei.
 
/Respekt
 
 
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By | 2017-05-11T12:06:45+00:00 Mai 11th, 2017|Diary|0 Comments

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