Alles Kyusho… oder was?

Wer die Kampfsportszene mehr oder weniger intensiv beobachtet, kann feststellen, dass dem Kyusho oder auch Kyusho Jitsu immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Was vor ca. 10 Jahren im allgemeinen belächelt wurde und als „Blödsinn“ und „billige Tricks“ verschrien war, wird heute unter verschiedenen Gesichtspunkten und mit großem Enthusiasmus praktiziert.

Innerhalb weniger Jahre etablierten sich verschiedene Kyusho Jitsu Organisationen und Verbände in Deutschland. Gemessen an der kurzen Zeit haben wir mittlerweile eine Vielzahl von Experten und Kyusho Instruktoren, von deren Wissen wir profitieren können. 

Wer mich genauer kennt, weiß, dass auch ich mich seit Teenagertagen mit der „Kunst der Vitalpunkte“ beschäftige und dieses Studium zu einem wichtige Teil meines Lebens gemacht habe. Deshalb betrachte ich die Entwicklung des Kyusho Jitsu in Deutschland als durchaus positiv. Auch wenn ich manche Dinge mit lachendem und weinendem Auge sehe 😉 

Nachdem ich euch nun doch länger als beabsichtig an das Thema Kyusho Jitsu herangeführt habe, sollten wir nun endlich einmal diese eine grundlegende Frage beantworten: Was ist Kyusho bzw. unterschiedet das Kyusho Jitsu eigentlich von anderen Künsten?

Was ist Kyusho eigentlich?

Schauen wir doch einfach einmal, wie George Dillman in seinem Buch Kyusho Jitsu -„The Dillman Method of Pressure Point Fighting“ (Co-Autor dieses Buches ist Chris Thomas) das Kyusho Jitsu bzw. einen Druckpunkt (eng. Pressure Point) definiert:

„Gewöhnlich bezeichnet man die Stellen welche im Kyusho Jitsu genutzt werden als Plätze, an denen die Energie an einen einzelnen Nerv oder an ein Bündel von Nerven weitergeleitet werden kann. Es ist der Platz an dem sich ein kleiner Nervenzweig mit zwei oder mehreren größeren Nervenbahnen verbindet oder wo sich mehrere Hauptnervenbahnen vereinigen (Nervenplexus).“

Also, was möchte uns George Dillman mit dieser Aussage mitteilen? Im Kyusho Jitsu nutzen wird die Schwachstellen des menschlichen Körpers zu unserem Vorteil. Das Studium bzw. vielmehr das Training des Kyusho Jitsu besteht auf einem grundlegendem Level darin, sich mit den verschiedenen Pressure Points zu beschäftigen; Verinnerlichen der Lage, Art der Stimulation, Winkel und Richtung usw. stehen hierbei an erster Stelle und stellt, auf einem rudimentären Level, die Hauptarbeit dar. Das wunderbare hierbei ist, dass dieser Aspekt des Training zu 100 % stiloffen stattfindet. 

Zusammenfassend können wir also festhalten, dass es im Kyusho Jitsu grundlegend auf des Studium der Anatomie des Menschen ankommt und wir dieses Wissen über die schwachen Stellen des Körper, in der eigenen Kampfkunst nutzen, um das Zentrale Nervensystem und die tieferliegenden Strukturen unseres Gegners anzugreifen. Es versteht sich von selbst, dass die eigenen Techniken effektiver werden und wir diese schneller und ohne größeren Kraftaufwand, umsetzten können. Schau zum Beispiel hier nochmal rein: Verbesserung der Schlagwirkung.

Alles weitere Training im Kyusho Jitsu hängt, meiner Meinung nach, sehr stark von den Neigungen des jeweiligen Trainer/Instruktor, sowie den individuellen Interessen des einzelnen Schülers, ab.

Auf was kommt es denn nun wirklich an beim Training…?

Das weitere Training im Kyusho Jitsu kann sich zum Beispiel mit folgenden Themen befassen: Authentische Analysen/Anwendungen (jap. Bunkai) der Formen, Mechanik, Stellung und Anpassung des Körpers, Knock Outs, Integration des Kyusho Jitsu in die eigene Kampfkunst, Kyusho Jitsu für „realistische Selbstverteidigung“, Kyusho Jitsu und Grappling, Studium der Traditionelle Chinesischen Medizin und, und, und…

Wie wir feststellen können, könnten wir diese Aufzählung gefühlt noch ewig weiterführen. Und genau hier liegt die Stärke im Kyusho Jitsu aber gleichzeitig auch die große Gefahr für den Kyusho „Neuling“, aber auch den durchaus erfahrenen „Kyusho Praktiker“. Jedes Thema für sich stellt ein umfassendes Studium dar und ist natürlich auch trainings- und zeitintensiv. Hält man sich nicht genau das Ziel, welches man erreichen möchte, vor Augen, kann man sich doch relativ schnell in der weiten Welt des Kyusho Jitsu verlieren. An dieser Stelle empfehle ich immer einen guten Trainer/Instruktor, welcher genau diesen Weg schon gegangen ist.

Ich hoffe, ich konnte euch einen ersten Einblick in die Welt des Kyusho Jitsu bieten und verschiedene Aspekte dieser interessanten Kunst beleuchten. 

/Train hard 

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By | 2017-11-07T13:56:48+00:00 Mai 10th, 2017|0 Comments

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