Ein Weg der Meditation

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Ein Weg der Meditation fernab spiritueller und hokustastischer Erklärungen. Meditation als Werkzeug, orientiert an 5 grundlegenden Aspekten.

Ab und zu muss ich einfach meditieren. Manchmal werde ich auch durch Rituale vor dem Training dazu gezwungen aber das spielt hier nichts zu Sache. Trotzdem hast Du richtig verstanden! GEZWUNGEN werde ich!! In einem Kampfkunsttraining werde ich zum meditieren genötigt, verdammt und beinahe geschändet…

Ist alles nur Spaß. Was ich dir damit nur sagen möchte, Meditation gehört für mich nicht zu meiner Kampfkunst oder meinem Budo, wenn Du so willst. Aber trotzdem meditiere ich gerne. Meistens nicht so oft, wie ich gerne wollte aber immer öfter.

Das Ziel meiner Meditation

Du fragst dich jetzt vielleicht: „Wieso meditierst Du, wenn es nicht zu deiner Kampfkunst gehört?!“

Das wäre eine sehr gute Frage. Hier hast du einen virtuellen *Keks* 😉 Die Antwort wird dich vermutlich überraschen oder eher nicht. Die Antwort ist nämlich so banal, wie einfach.

Meditation schenkt mir Ruhe bzw. soll sie mir schenken.

Ich habe mich oberflächlich bis tief mit unterschiedlichen Meditationsformen beschäftigt. Liegende Meditation, sitzende Meditation, stehende Meditation, gehende Meditation (ich habe mich entschieden, die „Fachbegriffe“ auszulassen). Und was sich für mich herausgestellt hat, alle verfolgen eine andere Methode und haben trotzdem das gleiche Ziel. Dabei meine ich nicht die Erreichung der Erleuchtung oder in irgendein Nirwana zu gelangen.

Auf der Stufe, auf der ich mich befinde, ist das Ziel gedankliche Lehre.

Weißt Du wie schrecklich es ist, zu so einem Schluss zu kommen? Da studiert man viele Bücher, Internetbeiträge und Videos und das ist alles. Da ist ja nicht einmal ein Hauch von Mystik. Ich bin schwer…

BEGEISTERT!!! Ich gehe geradezu über vor Begeisterung 😀

Meditation ist ein Werkzeug

Bevor es jetzt weitergeht, möchte ich dir einen Hinweis aus meiner Welt geben. Ich hätte viel gegeben, um diesen Hinweis schon zu Beginn meiner Erfahrung gekannt zu haben.

Meditation ist ein Werkzeug. Ein Werkzeug erfüllt einen genauen Zweck und für diesen Zweck muss man es benutzen. Wird das Werkzeug nicht benutzt, passiert gar nichts. Auch spielt es keine Rolle in welcher Verpackung das Werkzeug kommt oder wie es angemalt ist! Es ändert nichts an seiner ursprünglichen Funktion. Die Übung gibt dabei den Ausschlag, ob man dieses Werkzeug gut und richtig benutzt. Ein Lehrer ist hilfreich aber nicht notwendig. Ein Lehrer dient nur dazu das Werkzeug schneller richtig benutzen zu können. Nichtdestotrotz kannst Du dir den Umgang auch selbst beibringen weil Du schnell merken wirst, wie das Werkzeug richtig benutzt wird. Immerhin ist es ein Werkzeug, das in deinem Inneren arbeitet. Selbst ein Lehrer kann dort nicht hinschauen, oder?

Als ich anfing Meditation unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, wurden viele Dinge für mich einfacher. Ich musste mich nicht mehr in eine Mystik-Schublade stecken. Ich konnte also mit meiner Glaubensvorstellung von der Welt das Meditations-Werkzeug einfach benutzen. Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Wie benutze ich am geschicktesten die Meditation?

Das Prinzip der Mediation ganz nackt

Komische Überschrift, nicht wahr? Die Meditation zieht blank und alle können es sehen.

Mit meinem Ausbruch aus der dogmatischen Kampfkunst habe ich mich immer stärker von fixen Mustern entfernt. Wir Menschen machen täglich viele viele Dinge. Auch glauben wir, diese vielen vielen Dinge sind viele viele Dinge. Oft lassen sich diese vielen vielen vielen vielen Dinge auf ein paar grundlegende Prinzipien runterbrechen. Die Dinge werden so viel klarer, stehen sozusagen wie nackt vor uns.

Ein Mann, der sich hier eine große Mühe gemacht hat, ist Chris Mulzer. Er ist NLP Trainer und ich beobachte schon eine gewisse Zeit seine Arbeit. Er schreibt in seinem Blog kikidan.com nette und anregende Artikel mit einem tollen, lockeren Schreib- und Sprachstil.

In seiner netten Art nähert er sich dem Thema Meditation so objektiv, wie es einer subjektiven Meinung eben möglich ist 😉

Die Artikelreihe habe ich dir hier verlinkt:

Meditation Teil 1 – 5

Weil ich so gerne schreibe, möchte ich dir im Weiteren die Artikelreihe kurz mit ein paar eigenen Kommentaren zusammenfassen.

Das Meditationswerkzeug benutzen

#1 Achtsamkeit

Aufgrund der Fähigkeit zu generalisieren, leben wir in einem gedankenlosen Frieden. Wir müssen uns nicht über alles und jeden Gedanken machen. Dieses Geschenk der Evolution lässt uns jedoch sehr oft blind und achtlos in der Welt umherlaufen. Das Leben spielt sich einfach nur noch vor unseren Augen ab, ohne das wir wirkliche Kontrolle zu haben scheinen.

Meditation möchte hier einen Einschub machen. Zurück zur Achtsamkeit!

Der Vorschlag von Chris ist als ersten Schritt die Zubereitung von Tee. Vielleicht wird Du jetzt an die Teezeremonie denken (Sado) aber soweit geht es hier gar nicht. Bereite einfach auf herkömmliche Weise deinen Tee zu und mache jeden Schritt mit höchster Achtsam- und Aufmerksamkeit.

Das Prinzip der Achtsamkeit lässt sich natürlich nicht nur auf Tee anwenden. Sich in Achtsamkeit zu üben, ist auf jeden Vorgang in deinem Leben übertragbar! Ich habe es mir zum Beispiel zur Aufgabe gemacht immer achtsam in die Kantine zu laufen. Jeder Schritt zählt, meist brauche ich dann ein paar Minuten länger. Auf die Atmung hören, jeden Menschen grüßen (nicht beiläufig, sondern zu 100% ernst gemeint und mit voller Beachtung). Nicht nur, dass Du dich hierbei in Achtsamkeit übst, sondern Du schenkst den Menschen auch noch einen schönen Moment. Wünschen wir uns nicht alle ehrliche und aufrichtige Beachtung von anderen?

Chris geht noch auf einen sehr interessanten Punkt ein – Tonalität. So gibt es das Kiai in der Kampfkunst und das Mantra in der Meditation. Die hier vorgestellte Form ist eine Art Vorstufe. Töne zur Beeinflussung von uns selbst und eventuell später von anderen.

#2 Fokus

Lass mich hier Chris Zusammenfassung verwenden.

  1. Achtsam ist, Deine Aufmerksamkeit positiv besetzt auf gewählte Gegenstände zu richten.
  2. Fokus ist, Deine Achtsamkeit auf Handlungen auszudehnen, denen Du Priorität beimisst.
  3. Konzentration ist, mit Fokus Ziele zu erarbeiten, ohne Dich ablenken zu lassen. Davon wird der dritte Artikel dieser Serie handeln.

Alles beginnt mit Achtsamkeit. Sie ist beobachten. Fokus dehnt diese Achtsamkeit aus. Sein Beispiel bezieht sich schon direkt auf eine mögliche Meditation. Fokussiere dich in der Meditation auf deinen Atem. Nutze deine Tonalität um Gedanken vorbeiziehen zu lassen.

Hierzu möchte ich dir noch ein kleines Video näherbringen. Es muss wirklich nicht kompliziert sein! Das Video ist auf englisch aber super super simpel. Du wirst es verstehen und lieben 😀

How To Train Your Monkey Mind – Mingyur Rinpoche

#3 Konzentration und Ausdauer

Ich bin hier in meiner Meditationspraxis noch nicht angelangt. Ich habe immer noch mit umherschwirrenden Gedanken zu kämpfen und bemühe mich um Fokus.

Vermutlich ist dieser Punkt jener Punkt, der deine Praxis ausmachen wird.

Irgendwann einmal wirst Du in den Zustand kommen, wo Dein Körper „verschwindet“, Du ihn nicht mehr wahrnimmst und nur noch Geist bist.

Am Ziel bist Du, wenn Zeit keine Rolle mehr spielt und es egal ist, ob Du eine Stunde oder einen Tag dieses Bild vor Augen haben kannst.

#4 Ruhe im Kopf

Lass uns noch einen Schritt weitergehen.

Das Mantra Oohhhmmmmmm. Das Mantra unterstützt dich deinen ewigen inneren Dialog in den Griff zu bekommen. Du füllst dich mit dem Mantra bei jeder Ausatmung. So voller Mantra ist kein Platz mehr für andere Gedanken.

#5 Die Erleuchtung

Nimm es mir bitte nicht übel, hierzu kann ich einfach zu wenig sagen. Chris hat die richtigen Worte schon gefunden.

Auf dem Weg ins Samadhi

Übrigens lassen sich diese Prinzipien auch auf deine Kampfkunst übertragen. Neben Kampf kann sie auch Meditation in Bewegung darstellen. Ich glaube zwar nicht, dass sie dafür gemacht wurde aber ich kann mit einem Hammer auch eine Bierflasche öffnen. Ein Werkzeug kann also auch mal zweckentfremdet werden und es funktioniert super. 😉

Wende hierzu einfach die Prinzipien in deinem Training an. Achtsamkeit, Fokus, Konzentration und Ruhe. 

Bitte teile uns deine Gedanken zu Meditation mit. Vielleicht hast Du auch schon eigene interessante Erfahrungen gemacht.

/Respekt

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By | 2017-04-26T10:18:36+00:00 April 26th, 2017|Kampfkunst|0 Comments

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