Darum sind Asiaten bessere Kampfkünstler?

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Stimmt das wirklich? Sind Asiaten bessere Kampfkünstler? Der hier beschriebene Artikel behauptet es zumindest! Jedoch sollte man mit diesem Schubladen-Denken vorsichtig sein.

Vor kurzem habe ich einen kleinen Artikel im Internet entdeckt. Dieser Artikel möchte die Frage beantworten, warum Asiaten (im Originalartikel Chinesen) in der Kampfkunst besser sind als westliche Menschen (leider konnte ich die Identität des Autors nicht feststellen 🙁 ). Er ist ganz interessant zu lesen, auch wenn ich glaube, dass hier ein paar Schubladen bedient werden. Jedoch klingen ein paar Argumente für mich recht plausibel, niemand ist eben völlig frei von Schubladen, oder? Auch ich nicht!

Auf Facebook hat dieser Artikel zu einer regen Diskussion geführt. Das es „den Chinesen“, „den Asiaten“ oder „den Deutschen“ nicht gibt, ist mir vollends bewusst. Wir bilden Stereotypen um unsere Umwelt leichter zu machen, womöglich auch besser zu verstehen. Wie bereits gesagt, wirst Du hier ein Schubladendenken erlesen. Lass es auf dich wirken und wäge Pro und Contra ab. Was ist gut, was ist schlecht? Stereotypen haben immer auch ein wenig Wahrheit in sich, meinst Du nicht auch?

Den Orginalartikel findest Du hier: The Only Real Difference Between Us and The Chinese

Auch hat der Artikel im Kampfkunst Borad für einiges an Aufruhr gesorgt. Diese Diskussion möchte ich dir natürlich auch zugänglich machen 🙂 Asiaten sind die besseren Kampfkünstler.

Ich habe mir mal die Freiheit genommen, die Essenz des Artikels für dich zu beschreiben. Natürlich auf deutsch 😉

Die Essenz über Asiaten

Wenn du dich schon immer gewundert hast, warum Chinesen generell besser in Wushu und Taiji sind, dann ist das der richtige Artikel für dich. Der Autor hat eine lange Zeit trainierend in den Wudang Bergen verbracht und glaubt die Antwort gefunden zu haben.

#1 Am Anfang sind alle gleich

Abgesehen von der Kultur besteht kein großer Unterschied zwischen westlichen und chinesischen Menschen.

#2 Anleitung annehmen

Westliche Leute neigen dazu intelligenter zu wirken, wenn sie traditionelle Anleitungen hinterfragen. Bei wiederholendem Training schalten viele westliche Praktiziereden mental ab. Sie wollen immer sehr perfekt und effizient sein.

Chinesen sind geboren um zu folgen. Anleitungen werden mit Freude entgegen angenommen und ernst durchgeführt. Wenn keine neuen Anleitungen kommen, werden sie solange wiederholt bis neue Anleitungen kommen. Chinesen glauben an ihren Meister und hinterfragen ihn nicht.

#3 Typische mentale Punkte, wo westliche Menschen abschalten

  • Viele Wiederholungen
  • Üben ohne Essen und Trinken für mehr als 4 Stunden
  • Vage und unspezifische Anleitungen
  • Das konstante Gefühl von Schmerz und Unwohlsein während einem Training
  • Ziele akzeptieren, welche hart oder unmöglich erscheinen

#4 Zusammen arbeiten

In der Kindheit lernen Chinesen bereits die Basis der chinesischen Gesellschaft: Teamwork und Gemeinschaft.

Westliche Menschen müssen zuerst lernen ihr Ego herunterzuschlucken und einen Anführer zu akzeptieren. Auch ist es wichtig unsere Fehler zu akzeptieren, wie uns selbst und unsere Schwächen.

#5 Perfektion und Unvollkommenheit

Chinesen können das Falsche eher akzeptieren als westliche Menschen. Das ist auch der Grund warum sie trainieren. Es erfordert Fehler um zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Während westliche Menschen immer alles direkt perfekt machen wollen.

Was können wir daraus mitnehmen?

Wie zu Anfang schon gesagt, glaube ich, dass hier eventuell ein bisschen Schubladen-Denken herrscht. Nichtsdestotrotz kann hier auch ein fünkchen Wahrheit drinstecken?!

Ich erlebe es in Kursen zu Hauf. Der Trainer gibt eine Anweisung, die Praktizierenden machen 10 Wiederhungen und wollen Feedback, Verbesserungen oder einfach nur Aufmerksamkeit. Einfach trainieren bis neue Anweisungen von alleine kommen, würde Vielen nie im Leben einfallen. Hier schließe ich mich nicht aus, auch wenn ich versuche hieran zu arbeiten. Auch höre ich immer wieder die gleichen Ausreden. Wenn ich nicht korrigiert werde nach 10 Wiederholungen schleichen sich Fehler ein. Fehler zu korrigieren dauert so so lange. Lieber alles gleich richtig und natürlich vollständig lernen!

Fehler akzeptieren, sein Ego zurücknehmen, einfach nur folgen und lernen. Vielleicht haben die Asiaten uns da tatsächlich etwas voraus. Oder eben auch nicht?!

Niemand hat gesagt, dass Hinterfragen schlecht sei, aber um zu hinterfragen, benötigt man zunächst eine gute Basis. Es gibt eine Zeit zum trainieren und eine Zeit zum hinterfragen. Wir müssen nichts erzwingen, die richtige Zeit wird von selbst kommen!

Ich möchte noch eine Anregung mit dir teilen. Der Artikel behandelt vielleicht etwas plump, Aspekte der Psychologie, Biologie und Soziologie. Besonderes Augenmerk liegt auf der Beeinflussung des Menschen durch seine angeborenen Anlagen und der gesellschaftlichen Umwelt. Beides steht hierbei nicht in Konkurrenz zueinander. Ich glaube nämlich, dass beides zutrifft. Womöglich haben Chinesen (Asiaten) eine etwas andere Anlagestruktur als westliche Menschen. Das kann ich nicht sagen, ich bin kein Biologe. Auch könnten unterschiedliche gesellschaftliche Punkte, die auf den Menschen wirken (Sozialisation), eine entscheidende Rolle spielen. Auch das weiß ich nicht, ich bin kein Soziologe. Dies wird im Artikel direkt angemerkt. Auch hierzu könnte ich nur Vermutungen anstellen.

Möchtest Du diesen Gedanken deine noch hinzufügen. Fühle dich eingeladen deine Schubladen für uns zu öffnen 😉

/Respekt

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By | 2017-03-22T15:23:50+00:00 April 21st, 2017|Kampfkunst|4 Comments

4 Comments

  1. Keyboard Warrior Felix... 1. Juli 2016 at 15:04 - Reply

    Kann schon sein, dass Menschen, die in Asien aufgewachsen sind tendenziell weniger individualistisch sind. Die hatten Denker wie Konfuzius, der Denkweisen, wie die aufgelisteten gefördert hat (mein gefährliches Halbwissen!) und „wir“ hatten Leute wie Immanuel Kant.

    Heutzutage werden die Unterschiede wohl geringer weil die Welt „zusammenrückt“ (Flugzeuge, Internet, …).

    Was bestimmt nicht stimmt, ist, dass jeder Asiate kämpfen kann. 😉

    —–

    Ich habe mal eine Doku über Hung Gar/Hung Kuen gesehen (Ich finde, das ist (Shotokan) Karate gar nicht so unähnlich.): https://www.youtube.com/watch?v=AZnrZcEKUMc
    Die Doku ist an ein chinesisches Publikum gerichtet [!] und zeigt Training in Europa.

    Daraus ein paar interessante Zitate:

    30:57

    „Master Wong [aus Barcelona] has lot’s of students, so to speak. However, his son showed no interests in Kung Fu until recent years.
    When he was young, he thought learning Kung Fu was harsh, so he was unwilling to learn.
    Later he saw westerners perform Kung Fu in Kung Fu Chamber of Hong Kong. And he made a visit to Guangzhou and saw
    that westerners were capable of winning prizes.
    He then earnestly asked me to teach him.“

    33:50:

    „Master Lau Gar-yung didn’t admit any students in Hong Kong. However, he has taught Hung Kuen in Germany in recent years.
    Because the westerners are passionate about Chinese martial arts and they show respect for it.“

    „Master Lau, what is the difference of teaching Kung Fu between westerners and Hong Kong’s students?“
    – „Big Difference. You know, people who learn Kung Fu are few in Hong Kong. In Germany, although some learners are elderly, they do their best.
    Even if they forget some steps or movements, they still keep going on practice till they are proficient.“

    35:53:

    „Chinese Kung Fu may failed [sic] to be carried forward from past generations in Hong Kong. Hong Kong people may learn it from westerners.
    Thus the number of western masters may be more than Chinese masters.“

    Es kommt wohl auch immer auf die jeweilige Gruppe an, die man trainiert. Große Überraschung: Nicht alle Europäer oder Chinesen sind gleich! 😉

  2. Slava 6. Juli 2016 at 23:30 - Reply

    Ich würde sagen du bist ein Idiot. Aber man sieht das kommt daher, dass du nur mit asiatischen KK Erfahrung hast oder vielleicht unbewusst dazu neigst alles aus Asien zu vergöttern.

    Boxer tun nichts anderes als am Boxsack ihre Schläge zu perfektionieren, da schreit niemand nach dem Trainer er solle doch bitte korrigieren. Von daher sind westliche Menschen genauso fleißig.
    Hinterfragen ist gut, folgen tun Sklaven und Loser. Asian bis auf Thailand hat auch keine Kampfkunst Erfolge vorzuweisen, wieso denn auch ? Sie haben sich nie in einem Wettkampf bewiesen nur die Thailänder haben sich getraut und dementsprechend ist der Westen stark vom Thaiboxen geprägt. Hätte KungFu wirklich Potential oder Tauglichkeit wäre der Westen jetzt von KungFu geprägt, im Kampfsport setzt sich Thaiboxen aber nicht einfach deswegen durch, weil es polulär ist.

    • Basty 7. Juli 2016 at 07:00 - Reply

      Hey Slava,
      danke für dein Kommentar.
      Ausschließlich dem Satz, ich sei ein Idiot, finde ich deine Gedanken echt gut.
      Eine Vergötterung der asiatischen Künste kann ich mir im Westen schon vorstellen. Berechtigt oder nicht, lass ich an dieser Stelle offen weil eine befriedigende Antwort habe ich nicht.
      Du hast recht. Derzeit habe ich mich nur mit asiatischer Kampfkunst beschäftigt. Boxen habe ich bis jetzt nie als Kampfkunst gesehen. Vielleicht könntest Du hier ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten. Für mich war Boxen immer Kampfsport.
      Folgen tun Sklaven und Loser empfinde ich ein wenig hart. Dieser Satz würde bedeuten, nur Anführer hinterfragen und sind gut. Stimmt das?
      Ich bin mir auch nicht sicher, ob eine Kampfkunst sich in Wettkämpfen beweisen muss. Viel eher muss sie sich im Leben beweisen. Oder halt auf der Straße. Aber hier zählt keiner die Erfolge. Alles was im Ring passiert, ist gewissen Regeln unterworfen damit es wertbar bleibt. Somit ist ein direkter Übertrag auf die Realität schlecht möglich.
      LG, Basty

  3. Matthias 5. Mai 2017 at 18:13 - Reply

    Hallo zusammen,

    aus der Diskussion heraus muss ich auch etwas Senf dazu geben 🙂
    Zumindest aus meiner beruflichen Erfahrung heraus neigen „wir“ dazu die Sachen meist zig-fach zu durchdenken und erst loszulaufen bis wirklich 100% klar sind. Erst wenn der gesamte Weg definiert wurde, läuft man los.. Ein Feedback oder Erfahrungsbericht sollte dabei ASAP vorliegen, um den ersten Schritt (der vielleicht nicht mal richtig abgesetzt wurde) zu korrigieren.

    Um zum Thema zurück zu kommen: Ich denke, dass jedes Land eine eigene Kultur und Tendenz zur Erziehung hat, die typisch ist. Auch jeder Trainier hat seinen eigenen Stil und trainiert „anders“. Mit anders meine ich hier z.B. einbauen von Pausen oder ein Wechsel von Drill zu spezifischem Techniktraining.
    Ich schätze unser Training so ein, das wir einfach öfters anfangen sollten, um eine gewisse Routine zu erarbeiten. Es ist schwierig falsch angelerntes wieder abzugewöhnen. Wenn ich jedoch erst anfange, wenn ich alles 100% richtig mache, kommt nie der erste Schritt 🙂

    Ich merke für mich persönlich oft, dass ich (v.a. neue Techniken) gerne mache, da es etwas Neues ist. Gleichzeitig mache ich neue Techniken sehr ungern, weil ich mir unsicher bin, wie der genaue Bewegungsablauf ist (Hüfte, Hände, Arme, Stellung,…). Nachdem ich aber den Prozess ein paar Mal durchlaufen habe, machen mir die Wiederholungen Spaß und ich beginne auf die falschen Sachen, die mir auffallen zu arbeiten.

    @Slava:
    Vielleicht ist das wie oben von mir erwähnt auch abhängig vom Trainer. Wenn du einen Trainer hast der Wert auf den ersten Schritt und anschließenden Feinschliff legt, wird die Gruppe dadurch geprägt. In den besuchten Seminaren habe ich verschiedene Gruppen entdeckt. Manche legen sofort los und machen. Andere Personen brauchen erst einen Anstupser und Lob, damit der Fluss und die Wiederholungen durchgeführt werden.

    @ Keyboard Warrior Felix:
    Danke für den Youtube-Link, den werde ich mir die nächsten Tage mal ansehen.

    VG
    Matthias

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