Training im „gelobten Land“

Karate Training in Okinawa – Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Oft werde ich gefragt, wie groß denn die Unterschiede zu einem typischen Karate Training in Okinawa und Deutschland sind. Nun, eine so pauschal gestellte Frage vernünftig zu beantworten ist schwer, und eigentlich müsste die Antwort lauten „riesig“…… oder „es gibt keine“, und es wären prinzipiell beide Antworten richtig!

Der Autor im Dojo seines Lehrers, Hokama Tetsuhiro, Hanshi, 2009

Aber eines gleich vorneweg: Nein, nicht alle Menschen in Okinawa machen Karate! Den Meisten ist Karate sogar völlig schnuppe, und gerade unter vielen jungen Menschen gilt es als „alt, verstaubt und uncool“.

Klingt vertraut?

In den meisten Dojos in Okinawa wird von der Trainingsregelmäßigkeit genauso oft trainiert wie bei uns in Deutschland; zwei- vielleicht dreimal die Woche.

Auch hier, im Land des Karate, haben die Menschen alltägliche Verpflichtungen, gehen einer geregelten Arbeit nach, haben Familien und andere Hobbys, was dazu führt, das nur wenige öfter im Training anzutreffen sind. Nicht anders als bei uns.

Und genau wie bei uns gibt es auch hier die Ausnahmen, die scheinbar im Dojo leben und deshalb unglaublich gut sind.

Den größten Unterschied sehe ich wohl in der Struktur, sowohl im sozialen Bereich als auch im Aufbau der einzelnen Trainings. Das Training folgt einer klaren Regelmäßigkeit und man hat in manchen Dojos den Eindruck, dass das Training selber einer Kata gleicht, so unveränderlich scheint der Aufbau der Einheiten zu sein. Selbst das Aufwärmtraining ist in den meisten Dojo IMMER dasselbe!

Und wer denkt, dass man hier trainiert wie die Berserker, der ist leider auch schief gewickelt. Es gibt Dojos da gleicht schon das Warm up einem Marathon (z.B. im Dojo von Higaonna Morio Sensei). In anderen wiederum geht das Aufwärmen glatte zwei Minuten und besteht aus einem leichten Ausschütteln von Armen und Beinen (Motobu Udunti).

Beim Kobudo Training in Okinawa, 2011

Auffällig ist die meist entspannte Art, mit der die Sensei ihre Gruppen leiten. Es scheint nicht zu schlimm zu sein, wenn man zu spät erscheint, und auch der Umgangston gleicht weit weniger dem „Kasernenhofton“, der in einigen deutschen Dojos vorherrscht. Besonders interessant finde ich, dass man vor allem den Fortgeschrittenen oftmals viel Zeit einräumt um selbständig an bestimmten Dingen zu üben. Dies zeigt ein großes Vertrauen des jeweiligen Lehrers und fördert den Fortschritt der Schüler ungemein.

Dies nur mal als kleiner Ausblick. Wenn dich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mehr interessieren, oder Du selbst schon welche erfahren hast…

Du weißt ja! Die Kommentare sind unten. 😀

/Ganbatte

By | 2017-11-07T14:11:04+00:00 März 10th, 2017|0 Comments

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