9 Kampfkunstlektionen für deinen Alltag

Kampfkunstlektionen aus deinem Training lassen sich prima auf deinen Alltag übertragen. Im Folgenden möchte ich dir 9 Lektionen für dein tägliches Leben mit auf den Weg geben.

Deine Kampfkunst beschränkt sich nie nur auf das Dojo. Kampfkunst ist Lebenskunst und auf alle Gebiete deines Lebens anwendbar. Dein Training hat viele Parallelen zu deinem Alltag und die verinnerlichten Kampfkunstprinzipien können dir auch schon mal den Arsch retten. Naja, jedenfalls können sie unser Leben in vielerlei Hinsicht positiv beeinflussen. 😉

#1 Sei entspannt

Senke deine Schultern, verkrampfe nicht in deiner Haltung, atme weich und fließend. Eine verspannte Haltung macht uns langsam und kostet viel Kraft. Entspannung sollte immer die Ausgangsbasis einer jeden Kampfkunst und jeden Trainings darstellen.

Dies gilt ebenso für das alltägliche Leben. Wenn du entspannt bist, bist du ruhig und bereit, deine Aufgaben zu meistern. Mit einer entspannten Haltung wirft dich nicht jede Situation vollkommen aus der Bahn. Wir können flexibel und angepasst reagieren.

#2 Achte auf deine Körperhaltung

Eine aufrechte und ausbalancierte Haltung ist ein wichtiger Faktor in jeder Kampfkunst. Neben dem Nutzen für den Kampf spielen hier ebenso viele gesundheitliche Aspekte eine Rolle. Verspannungen entstehen durch Fehlhaltungen und -belastungen. Eine schlechte Haltung macht dir für den Kampf unflexibel.Wir wissen seit langem, dass deine Haltung einen Grundpfeiler deiner Persönlichkeit darstellt. Ändere deine Haltung und Du änderst deine Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Nimm dir Zeit, um deine Haltung und Techniken zu justieren, sodass sie effektiv sind.

#3 Pflege Innen wie Außen

Neben der äußerlichen Technik und deiner Physis spielt dein Inneres eine ebenso große und wichtige Rolle.

Meditation, Gebete oder bedächtiges Reflektieren verfeinern deine Kampfkunst, wie Training es mit deinem Körper macht.

Für die heutige Informationsgesellschaft ist dein Geist, dein Verstand dein großtes Hilfsmittel. Es zu pflegen, bedeutet in der heutigen Gesellschaft bestehen zu können und erfolgreich zu sein.

Funakoshi hat die Wichtigkeit des Geistes in mehrfacher Weise angedeutet.

Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen. Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik. Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann. Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen.

#4 Respekt immer und überall

Respekt ist der Grundpfeiler gegenseitigen Lehrens und Lernens.  Jede Person, mit der du interagierst, kann dir etwas beibringen. Jede Person, mit der Du interagierst, ist Wie Du ein Wunder des Lebens und verdient respektiert zu werden.

Freunde, Fremde oder Feinde spielt dabei keine Rolle. Wenn Respekt und gegenseitige Wertschätzung fehlt, bewegen wir uns in der Interaktion auf totem Boden. Es kann ein Wachstum entstehen.

Der wahre Ausdruck von Respekt (Rei) geht sogar noch viel, viel tiefer.

#5 Lerne mit Schmerzen umzugehen

Schmerz ist ständiger Begleiter in der Kampfkunst. Schmerz zu erfahren, bedeutet ihn verstehen zu lernen. Wie viel Schmerz kann ich ertragen? Lässt der Schmerz irgendwann nach? Habe ich mich an ihn gewöhnt? Gibt mir die Kampfkunst Methoden an die Hand, Schmerz besser zu verarbeiten?

Auch im Alltag sind wir schmerzlichen Situationen ausgesetzt. Meist in Form vom seelischem Schmerz. Die Lektionen der Kampfkunst geben uns Mittel und Wege mit Schmerzen umzugehen.

#6 Du muss Schmerzen nicht ertragen

Natürlich kommt irgendwann der Punkt an dem sich jeder Kampfkünstler auch Schmerzen eingestehen muss. Schmerzen zu empfinden, ist keine Schwäche. Es ist natürlich und jeder Kampfkünstler weiß darum.

Schmerzen zu haben, ist keine Form von Schwäche!

Wenn Kampfkünstler ihre Techniken am Partner üben, wird oft sehr schnell eine Schmerzgrenze erreicht. Abklopfen ist eine natürliche Reaktion sich diesen Schmerz sich selbst und anderen einzugestehen. Der Partner weiß somit, dass er weit genug gegangen ist und es Zeit ist, aufzuhören. Lass auch deine Partner im Alltag wissen, wenn sie zu weit gegangen sind.

#7 Kontrolliere das, was Du kontrollieren kannst

Der Wunsch einer umfassenden Kontrolle in der Kampfkunst ist nicht anderes als ein Wunsch. Realität sieht anders aus und Kampfkünstler sind sich dieser Thematik oft schmerzlich bewusst. Wir können nicht alles kontrollieren aber wir können ein paar Dinge kontrollieren. Auf diese wenigen Dinge sollte sich demnach auch unsere Konzentration richten.

Verschwende keine Energie daran, zu antizipieren oder die Annäherungen einer anderen Person zu kontrollieren. Entspanne dich, finde deine Balance und reagiere auf die gegebene Situation.

#8 Yin und Yang

Feuer mit Feuer zu bekämpfen funktioniert in den seltensten Fällen. Anpassung ist das Schlüsselwort. Werde ich hart angegriffen, werde ich weich und leite den Angriff ab, fließe mit ihm. So komme ich in eine Position um hart kontern zu können

Es ist nicht vorgesehen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Spare deine Energie so oft es geht auf, und lasse Tumulte einfach an dir vorbeiziehen.

 

Sei hart und weich, wie die deutsche Eiche… Ne, wie ein Bambus, sorry!

#9 Lerne mit allen Distanzen umzugehen

Kämpfe werden auf unterschiedlichen aber allen Distanzen ausgetragen. Verschiedene Distanzen benötigen unterschiedliche Reaktionen.

Du bist vielleicht zu Boden geworfen worden, aber das Spiel ist noch nicht vorbei. Habe einen Plan B, falls Plan A nicht funktioniert.

Lerne mit allen Distanzen zurechtzukommen und wieder aufzustehen.

So wie die Kampfkunst verschiedene Distanzen hat, so hat dein Leben immer wieder neue und andere Herausforderungen für dich auf Lager. Lerne mit ihnen umzugehen und falls Du mal zu Boden gehst, stehe wieder auf und kämpfe dir deinen Weg zurück.

Konntest Du etwas für dich mitnehmen? Hast Du vielleicht weitere Lektionen aus der Kampfkunst, die sich prima auf den Alltag übertragen lassen könnten?

/Respekt

By | 2017-11-07T14:17:09+00:00 März 2nd, 2017|1 Comment

One Comment

  1. Felix 3. September 2016 at 20:59 - Reply

    relevantes(?) Zitat:

    „The Way of the warrior does not include other Ways, such as Confucianism, Buddhism, tea, artistic accomplishments and dancing. But even though these are not part of your Way, if you know the Way broadly you will see it in everything. It is essential for each of us as human beings to polish our individual Way.“

    – Miyamoto Musashi (http://www.bookoffiverings.com/EarthBook.htm)

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