Kyusho: Keine Magie, sondern Verstehen des menschlichen Körpers

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Kyusho Jitsu etabliert sich derzeit in der Kampfkunst als ein In-Begriff. Es ist cool, neu und wird als etwas Magisches dargestellt und abgestempelt. Diese Entwicklung macht mir große Sorgen! Kyusho Jitsu ist nämlich kein Hokuspokus, sondern reines Verstehen der menschlichen Anatomie.

Ein Kyusho Jitsu Meister schaut seinen Schüler schief an. Vermutlich hat er auch zu viel Star Wars geschaut, denn er macht eine seltsame Handbewegung. Der Schüler bewegt sich wie von der Tarantel gestochen völlig unkontrolliert, sein Gesicht Schmerz verzerrt, dann kippt er um und ist bewusstlos.

Ein No Touch KO!

Einem anderen Schüler wird eine Hand leicht an die Schläfe gelegt. Er fällt einfach um.

Kyusho Jitsu! So geht es und nicht anders. Gegner, die sich nicht bewegen, mit leichtem bis keinem Kontakt auf die Matte schicken…

Wer etwas anderes behauptet oder erwartet, hat Kyusho Jitsu nicht verstanden!?

Du kannst dir gar nicht vorstellen, was ich mir für Sorgen wegen dieser verrückten Entwicklung mache!

Das kann es doch nicht sein. Nicht, dass diese Dinge vielleicht doch funktionieren. Immerhin passieren täglich unerklärliche Dinge auf der Welt. Aber sowas ist doch nicht die Basis einer Kunst. Selbst ich würde mich schwer tun, sowas zu glauben.

Also was ist denn dann die Basis des Kyusho Jitsu…?

Die Basis von Kyusho

Meist schnappe ich mir auch meinen Seminaren einfach fremde Leute, die bereit dazu sind, die Effekte des Kyusho Jitsu am eigenen Leib zu erfahren.

Dann macht es kurz BUMM. Die Leute taumeln zu Boden und sind ganz perplex, dass ich sie grad tatsächlich gehauen habe. Und noch mehr; KO gehauen hab ich sie. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe wirklich zugeschlagen. Locker, entspannt und mit Power… Für den unbeteiligten Beobachter wirkt es eher mühelos, aber seid versichert… es hat ganz schön geknallt.

Das ist die Basis von Kyusho Jitsu. Wir schlagen wirklich zu! Denn ohne Kontakt, kein Energietransfer ins Nervensystem, ohne Energietransfer bleibt die schöne Kyusho-Wirkung aus!

Niemand würde das beim Vollkontakt Kampfsport hinterfragen.

BUMM, SPLASH, KNALL, PENG!

Da fliegen nur so die Fetzen. Eindeutig, oder?

Möchte man Kyusho Jitsu für die Realität trainieren, brauchen wir eben auch Kontakt.

Kyusho Jitsu ist nur ein Name

Kyusho Jitsu ist keine Magie. Kyusho Jitsu ist keine Kunst. Kyusho ist nur ein Wort, ein Name für ein gewisses Verständnis des menschlichen Körpers.

Genauso wie Akupunktur nur ein Name für eine alternative Behandlungsmethode bei Krankheiten ist, ist Kyusho Jitsu nur ein Name für das Verständnis der Schwachstellen des menschlichen Körpers. Also Stellen, die durch die Anatomie nicht so gut geschützt sind.

Viele reiben sich an der Nomenklatur. Magen 5, Gallenblase 20, Milz 21. Das ist doch egal. Auch das sind nur Namen.

Schlagen wir zum Vergleich ein Anatomie Buch auf. Weil ich es gerade parat habe, gucke ich schnell im Prometheus Lernatlas der Anatomie nach.

An der Stelle von Milz 21 liegt der Nerv Tibialis. Bei Magen 5 liegt die Arterie Facialis und der Nerv Mandibularis. Und bei Gallenblase 20 liegt der Nerv Occipitalis Minor.

Alles nur Namen!

Was ist nun die Kunst?

Das Wissen zu haben, ist keine Kunst. Jeder kann den ganzen Kram auswendig lernen.

Die Kunst ist, das Wissen in praktischen Fertigkeiten zu nutzen! Und hier kommt der Kontakt ins Spiel. Der richtige „Touch“ macht den Unterschied. Kyusho Jitsu ist kein Vollkontaktsport, es ist die Kunst seine Fähigkeiten so zu entwickeln, um die anatomisch korrekten Stellen am Körper, mit genügend bzw. dem richtigen Kontakt zu schlagen.

Um es wirklich verständlich und auf den Punkt zu bringen, schau dir einfach den Weg zum KO an.

Ich freue mich auf unsere erste Begegnung auf der Matte.

/Train hard

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By | 2017-03-16T08:12:52+00:00 Februar 27th, 2017|Anatomie, Knock Out, Kyusho, Selbstverteidigung, Vlog|0 Comments

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