Die vier Stufen des Kata-Trainings

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Iain Abernethy beschreibt seine vier Stufen des Kata Trainings. Er geht dabei stark über die eigentliche Form hinaus. Wie tief kommst Du mit deinem Kata Verständnis?

Noch eine echte Perle aus dem Internet-Fundus. Und schon wieder ist es ein übersetzter Text von Iain Abernethy durch Axel Siebert.

Es handelt sich um die Gedanken von Iain Abernethy zum erfolgreichen Kata Training. Er geht dabei stark über die reine Form hinaus und entwickelt mit seinen vier Stufen ein Kata Verständnis, das für die Selbstverteidigung geeignet ist.

Da ich keine Aktivitäten auf der Seite von Axel Siebert erkennen konnte, habe ich den Text komplett eingefügt. So bleibt der Text auch bei Abschalten der Seite erhalten. Jedoch ist ein Besuch der Seite von Axel Siebert nur ein Klick enfernt. Und ehrlich, ich habe ihn sogar angeschrieben, ob ich den Artikel so verwenden darf. Keine Reaktion 🙁 Vielleicht kommt ja noch eine, wenn wir den Artikel immer weiter verbreiten!

Die vier Stufen des Kata-Trainings – Kata Bunkai – Axel Siebert

Der Orinalartikel darf natürlich auch nicht fehlen!

The Four Stages of Kata Practise

Im Original ist der Artikel nur Fließtext. Ich habe mir die Freiheit genommen ein paar Überschriften einzufügen. Dann sieht er nicht ganz so wie ein Klotz aus. Viel Spaß beim Lesen 😀

Von Iain Abernethy, aus dem Englischen übersetzt von Axel Siebert.

Praktisch alle Karateka trainieren Kata, die meisten jedoch nur die erste Stufe, weswegen sie kein rundes, vollständiges Verständnis von dem entwickeln, was Kata uns geben kann. In diesem Artikel sollten wir über alle vier Stufen des Kata-Trainings sprechen. Die erste Stufe ist das Üben der Form an sich und das, woran die meisten Leute denken, wenn sie vom Üben der Kata sprechen. Das erste, was ein Karateka lernt, ist der physikalische Ablauf der Kata, die Bewegungsabläufe, die notwendig sind für maximale Effektivität, die richtige mentale Einstellung etc. Dies ist eine sehr wichtige Stufe des Praktizierens von Kata. Wenn man nicht in der Lage ist, die Bewegungen der Form ohne Gegner effektiv auszuführen, dann wird man absolut keine Chance haben, dieselben Techniken funktionierend anzuwenden, wenn ein aggressiver Gegner versucht, einem physischen Schaden zuzufügen.

#1 Die Kata Form

Die erste Stufe, die Form, ist oftmals das, womit das Üben von Kata in vielen modernen Dojos beginnt und endet. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Kriterien für die Beurteilung der Qualität einer Kata häufig nur in der optischen Erscheinung liegen. Wenn die Kata gut aussieht, dann ist sie gut! Das ist offensichtlich eine fehlerhafte Sicht von Kata, wenn man bedenkt, dass Kata einen funktionellen und praktischen Zweck haben sollen. Meiner Meinung nach ist es besser, eine Kata nach ihrer praktischen Anwendung zu beurteilen. Wenn der Karateka die Techniken der Kata erfolgreich anwenden kann, dann ist seine Kata gut, ungeachtet ihres Aussehens. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich sage nicht, dass schlechte Form akzeptabel ist, sondern dass das Ziel immer eher die Funktion als das Aussehen sein sollte. Eine funktionelle Kata wird oftmals dem Auge missfallen, aber die Ästhetik der Kata ist tatsächlich eher ein irrelevantes Nebenprodukt als der ganze Zweck des Kata-Trainings.

Gichin Funakoshi (der Gründer des Shotokan Karate) stellt in seinem Buch „Karate – Do Kyohan“ fest: „Wenn eine Form gelernt worden ist, muss sie immer wiederkehrend geübt werden, bis sie im Notfalle angewendet werden kann, nur das Kennen des Ablaufes einer Form im Karate ist nutzlos.“ Auch wenn die Form einer Kata sehr wichtig ist, sollte sie nicht als das gesamte (einzige) Katatraining betrachtet werden. Wie Funakoshi selbst sagte, ist, bis man die Techniken einer Kata in einem Notfalle tatsächlich anwenden kann, das schlichte Kennen der Ausführung des Ablaufes der Form nutzlos. Wir müssen dafür Sorge tragen, unser Training auf die nachfolgenden Stufen voranzutreiben.

#2 Die Kata Anwendung (Bunkai)

Die zweite Stufe des Kata-Trainings ist das Studium der funktionellen Anwendung der Bewegungen einer Kata (Bunkai). Man muss die Anwendung der Techniken mit einem Partner in der Praxis üben. An diesem Punkt ist es möglicherweise wichtig, auf den großen Unterschied zwischen realistischem Bunkai und den gebräuchlicheren, choreografierten Kämpfen zwischen Karateka auf lange Distanz, die man so oft sieht, hinzuweisen. Die Katas wurden nicht entwickelt, um mit anderen Karateka zu kämpfen, sie waren als Aufzeichnung von realistischen Techniken zum Einsatz in einer zivilen Umgebung gedacht (Selbstverteidigung). In realen Gefahrensituationen nehmen Menschen keinen Stand ein, aus dem sie einen Oi-Zuki über eine Distanz von 3 m ausführen! Wenn wir annehmen, dass Kata für die Anwendung in Selbstverteidigungssituationen entwickelt wurden, müssen wir auch annehmen, dass es in echten Selbstverteidigungssituationen sehr unwahrscheinlich ist, dass wir auf einen anderen Karateka treffen werden, speziell einen, der seine Techniken in so gestellter und formaler Art ausführt (man kann von Glück reden, wenn das jemals passiert!). Die Anwendungen der Kata sollten einfach sein, für kurze Distanz bestimmt und nicht davon abhängen, dass ein Angreifer bestimmte Aktionen in einer bestimmten Art und Weise ausführt.

Wenn man ein Verständnis für die praktischen Anwendungen der Techniken einer Kata entwickelt hat, sollte man beginnen, Variationen der Techniken in das eigene Training einzubinden Man sollte sich immer daran erinnern, dass eine Kata die Aufzeichnung eines vollständigen, für sich stehenden Kampfsystems ist. Allerdings wäre es nicht praktikabel, jeden einzelnen Aspekt eines jeden Systems aufzuzeichnen, sonst würde die jeweilige Kata lächerlich lang werden. Es ist viel besser, die Techniken aufzuzeichnen, welche kurz und bündig die Schlüsselprinzipien des Systems darstellen.

Das Gleichnis, welches ich gerne benutze, um zu erklären, wie eine Form ein komplettes System aufzeichnet, ist das der Eichel und der Eiche (ich entschuldige mich bei denen, die das schon vorher gehört haben :-)). Die Eiche ist gewaltig, ebenso in ihrer Größe wie in den Jahren ihres Lebens, aber alles von dem Baum, alles was nötig ist, um ihn zu reproduzieren, findet man in einer einzelnen Eichel. Ein Kampfsystem produziert eine Kata auf die gleiche Weise wie eine Eiche Eicheln. Beide, die Eichel und die Kata, sind nicht so groß wie die Dinge, die sie hervorgebracht haben, aber sie sind perfekte Aufzeichnungen davon. Die Eichel muss, damit eine Eiche aus ihr wird, richtig gepflanzt und genährt werden. Eine Kata muss, um ein Kampfsystem zu werden, genau studiert und trainiert werden. Das ist genau das, worin wir einen der größten Fehler des modernen Karate finden, darin, dass Kata selten ausreichend studiert werden. Um zu meinem Gleichnis zurückzukehren: Wir haben die Saat, aber wir pflanzen sie nicht!

Hironori Otsuka (der Gründer des Wado-Ryu Karate) schrieb einst: „Es ist offensichtlich, dass diese Kata ausreichend trainiert und geübt werden müssen, aber man sollte nicht an ihnen „hängenbleiben“. Man muss Abstand von der Kata nehmen, um weitere, grenzenlose Formen zu entwickeln oder sie wird nutzlos. Es ist wichtig, die trainierten Kata zu verändern ohne zu zögern, um endlos viele andere Formen für das Training zu entwickeln. Tatsächlich ist es eine Gewohnheit, entwickelt über die lange Zeit des Trainings. Weil es eine Gewohnheit ist, erwacht sie ohne Zögern zum Leben – aus dem Unterbewusstsein.“ (Wado – Ryu Karate Seite 19 – 20). Ich glaube, dass Otsuka uns sagt, dass wir uns darin üben sollen, die Anwendungen der Kata abzuwandeln, andernfalls riskieren wir, in der Form „hängen zu bleiben“ und werden dadurch limitierte Kämpfer. Wir müssen Otsukas Rat folgen und trainieren, so dass die Form ohne zögern eingesetzt werden kann, in jeder Situation in die wir geraten könnten. Dies lässt sich ganz oft beobachten.

#3 Kata Prinzipien und Kata Variation

Kata stellen gute Beispiele der Kernprinzipien des jeweils aufgezeichneten Kampfsystems dar. Kata zeigen nicht jede einzelne Technik, Kombination oder Variante des kompletten Systems! Wie sollten Sie auch? Um also das meiste aus der Kata herauszubekommen, müssen wir uns darin üben die Techniken der Kata zu variierend, während wir den Prinzipien treu bleiben, die die Techniken repräsentieren. Das ist die dritte Stufe des Katatrainings.

#4 Realbezug der Kata

Die vierte und am meisten vernachlässigte Stufe ist zu üben, die Techniken, Variationen und Prinzipien der Kata in der Praxis anzuwenden. Der einzige Weg sicherzustellen, dass man in der Lage ist, Techniken in realen Situationen anzuwenden, ist, die Techniken in wirklichkeitsnahen Situationen zu üben. Man muss sich mit richtigem Sparring aus unterschiedlichsten Distanzen beschäftigen, wenn man will, dass sich das Katatraining lohnt. Egal wie viel Formenpraxis oder Technikdrills man mit einem kooperativen Partner ausführt, es wird einem niemals die Fähigkeiten geben, die man braucht, wenn das Erlernte in einer realen Situation angewendet werden soll.

In jüngerer Zeit sehen wir mehr und mehr, dass Karateka damit anfangen, das Üben von Bunkai in ihr Training zu integrieren. Während dies Anerkennung verdient, ist es doch von geringem Nutzen, solange wir nicht einen Schritt weiter gehen und mit katabasiertem Sparring beginnen.

Sparring und Einzelvorführung einer Kata mögen radikal unterschiedlich aussehen, sie sind aber eigentlich exakt das Gleiche. Als eine Analogie kann man sich eine Kata als einen Block Eis vorstellen. Die Form des Eisblockes bleibt immer gleich. Setzt man den Eisblock jedoch Hitze aus, wird sich das Eis in Wasser verwandeln und seine Form wird sich den Umständen anpassen. Genauso ist eine Kata immer gleich, doch in der Hitze des Kampfes wird sie sich ebenso an die Umstände anpassen. Der Eisblock und das frei fließende Wasser sehen zwar sehr unterschiedlich aus, sind aber doch das Gleiche (die gleichen Moleküle Wasserstoff und Sauerstoff). In der gleichen Weise sieht eine Form oftmals anders aus als ihre Techniken, die in einem sich ständig verändernden, realen Kampf angewendet werden, aber sie sind doch im Wesentlichen gleichen (die gleichen Kampfprinzipien). Ebenso mögen die vier Stufen des Übens von Kata unterschiedlich aussehen, es ist entscheidend, dass man versteht, dass sie alle identisch in ihrem Kern sind. Alle vier Stufen sind Kata, nicht nur die Formvorführung.

Diese vier Stufen sind auf keinen Fall einzigartig im Karate. Im Boxen, als Beispiel, wird einem Trainierenden zuerst die Mechanik der grundlegenden Schläge beigebracht (Stufe 1). Dann übt man das Anwenden der Schläge gegen Sandsäcke, Zielpratzen oder geschützte, kooperative Partner (Stufe 2). Wenn die notwendigen Fähigkeiten erworben wurden, wird der Trainierende anfangen, Kombinationen zu üben, die Schläge zu verbinden etc.(Stufe 3). Zuletzt wird er in den Ring steigen und es unter realen Bedingungen üben (Stufe 4).

Während ein Übender auf Stufe 1 beginnen wird und fortschreitet bis zu Stufe 4, sollte er immer daran denken, dass die vorangegangenen Stufen nicht aufgegeben werden dürfen, sondern weiterhin trainiert werden müssen. Stufe 4 ist unbestreitbar die realistischste, trotz allem sollte man nicht die anderen 3 Stufen vernachlässigen, wenn man die Fähigkeiten erworben hat mit katabasiertem Sparring zu beginnen. Das Üben der Form ermöglicht es einem, seine Technik, Visualisierung und geistige Einstellung zu verbessern, ohne den durch einen Gegner erzeugten Druck (es ist auch eine gute Möglichkeit, an den Tagen zu trainieren, an denen die Trainingspartner nicht zum Training kommen können). Das Üben von Bunkai (Stufe 2) und seinen Variationen (Stufe 3) wird einem auch helfen, die Techniken zu verbessern.Man wird auch in dem Maße ein vielseitigerer Kämpfer, in dem das Verständnis der Grundprinzipien einer Kata durch das Stufe-3-Training verbessert wird. Umgekehrt wird mit der zunehmenden Fähigkeit, die Techniken einer Kata anzuwenden, auch die Form verbessert, weil die Kata ausdrucksstärker und konzentrierter ausgeführt wird.

Die Katas sind wirklich Arbeiten von Genies, die dem praxisorientierten Karateka so viel geben können. Um alles zu entschlüsseln, was eine Kata zu bieten hat, muss man die Kata in ihrer Gesamtheit üben. Obwohl die Form ein sehr wichtiger Aspekt der Kata ist, repräsentiert sie nur die Anfangsstufe. Es wird erst offensichtlich, wie pragmatisch und ganzheitlich Karate sein kann, wenn man nach der Form den weiterführenden Stufen folgt. Ich schließe hier und bedanke mich bei Ihnen für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um diesen Artikel zu lesen und hoffe aufrichtig, Sie fanden ihn nützlich.

Wenn Du tatsächlich bis zum Ende durchgehalten hast, herzlichen Glückwunsch. Ich hoffe, Du konntest ein paar Anregungen für dich mitnehmen und deine Kampfkunst profitiert davon.

Solche Perlen sind leider sehr rar und meist nur auf unbekannten Seiten zu finden. Wenn dir auch welche bekannt sind, dann teile sie in den Kommentaren. So gehen sie nicht veloren und stiften den Nutzen für den sie bestimmt sind.

Auch sind mir deine Gedanken zum Inhalt wichtig. Was denkst Du über Iain´s Gedanken?

/Respekt

Teyaku 手訳  ist die Kurzform von Te no honyaku (手の翻訳) bzw. Te honyaku (手翻訳) und bedeutet wörtlich so viel wie „Übersetzungen des Te“, wobei „Te“ hier stellvertretend für Karate stehen soll. Teyaku ist ein Projekt von Axel Heinrich (hier geht es zu seiner Seite KURO MORI DŌJŌ) und mir, in dem wir – aus unserer Sicht – bedeutende englischsprachige Texte rund um die Kampfkünste ins Deutsche übersetzen. Warum? Wir haben festgestellt, dass es im deutschsprachigen Raum Kampfkünstler und Weggefährten gibt, die sich solche Übertragungen wünschen; welche Gründe auch immer gelten mögen. Euch möchten wir die zahlreichen Text-Schätze von Iain AbernethyJesse EnkampAndreas Quast und anderen nicht vorenthalten und haben sie, nach dem wir zuvor die Genehmigung der betroffenen Autoren eingeholt haben,  übersetzt.
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By | 2017-02-10T16:24:56+00:00 Februar 10th, 2017|Karate, Kata, Teyaku|6 Comments

6 Comments

  1. Felix 23. Juni 2016 at 20:53 - Reply

    Zur ersten Frage: Lassen sich Iain´s Stufen in die Form Shu-Ha-Ri einbinden?

    Ich würde eher sagen: Nein. Wenn die Anwendung einer Kata anders aussieht als die Kata ohne Partner ist das keine „Loslösung“ oder Ketzerei oder ähnliches.
    Wenn man einen Chudan Zuki machen soll und der Gegner ein Riese ist, dann muss man ihn eben nach oben schlagen. Wenn man in der Anwendung jemanden festhält und zieht, sieht das ohne Partner zwangsläufig anders aus (wegen Physik).
    Das ist so ähnlich wie, wenn man mit sich selbst oder jemand anderem redet. Wenn man mit einer anderen Person redet, muss man vielleicht andere Worte verwenden um die gleiche Botschaft rüberzubringen.

    „Shu“ ist, wenn man die Kata und die Anwendungen so macht wie der Lehrer.
    „Ha“ und „Ri“ wäre für mich, wenn man sich ein neues Bunkai für eine bestehende Kata ausdenkt (was ja durchaus getan werden darf und getan wird) oder wenn man sich eine neue Kata oder eine andere Übung ausdenkt.

    —–

    Ich habe diesen Blogpost von Holger Nietzold gefunden: http://www.karate-kyohan.de/die-bedeutung-der-kata/
    Da sind ein paar Denkanstöße zu deiner zweiten Frage zu finden, finde ich: Warum gibt es so viele Kata?

    „Aber warum? Wieso wurde sich drei Jahre lang nur mit einer Kata beschäftigt? Das komplette Shōtōkan Curriculum von 26 Kata kann in ca. einem Monat vom Ablauf her sehr gut erlernt werden. Russel Stutely schreibt in seinem Buch “Karate – The Hidden Secrets”, dass seine Schwester (Tanzlehrerin) eine Wette mit ihm einging alle Shōtōkan Kata innerhalb einer Woche zu lernen. Und wer ist jetzt überrascht, dass Sie die Wette gewann?“

    Fand ich eine interessante Geschichte.

    „Kūshankū, Chintō und Wanshu sind die Namen bekannter Kampfkunstexperten. Um deren Wissen für die Nachwelt zu erhalten, entwickelten deren Schüler Kata. In diesen wurden dann die Prinzipien, Methoden und Taktiken festgehalten, welche diese Meister lehrten.“

    Kusanku (oder seine Schüler) hat die (Ur-) Kanku Dai erfunden, Chinto die Gangaku und Wanshu die Empi. Wenn die Kata das gesammelte Wissen eines Meisters darstellen soll, sollte eine schon genug sein um sich selbst zu verteidigen. Andererseits haben die okinawanischen Karateka schon lange mehrere Kata geübt. Das kann auch nicht schädlich sein.

    „Vor der Einführung des Karate auf dem japanischen Festland bestand das Karatetraining ausschließlich aus dem Üben von Kata. Das bedeutet nicht, dass nur die bloße Form geübt wurde. Die Anwendung mit einem Partner in Form von so genannten Drills wurde maßgeblich trainiert. Das Üben der Soloform war prinzipiell eher eine Notlösung.“

    Kata üben ist mehr als Kata laufen.

    „Nicht umsonst existieren in den unterschiedlichen Kata immer wieder dieselben Bewegungen. Wozu sollten denn diese Bewegungen sich wiederholen, wenn Sie schon in einer anderen Kata geübt worden sind. Diese Redundanz wäre doch somit nicht gerechtfertigt. Es ist doch viel plausibler, dass die unterschiedlichen Entwickler der Kata auf ähnliche Konzepte gestoßen sind und somit ähnliche Bewegungen heranzogen um die Prinzipien zu illustrieren.“

    • Basty 24. Juni 2016 at 07:11 - Reply

      Hey Felix,

      sau starker Kommentar.

      Wieso wird in der Kata meistens Chudan geschlagen. Naja, weil vermutlich der Kopf dort ist^^ Den meisten Zuki geht eine Technik voraus. Man könnte sagen, man fällt den Baum, bevor man ihn zerhackt.

      Der Mensch ist ein Mensch. Alle Menschen sind Menschen also funktionieren sie auch recht ähnlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass unterschiedliche Meister zu gleichen Prinzipien gelangt sind.

      Echt Danke! Klasse Gedanken hast Du dir gemacht. Hat wirklich Spaß gemacht sie zu lesen 😉

      /Respekt

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  5. Markus 28. März 2017 at 14:12 - Reply

    Meine Theorie zur häufigen Technikausführung auf Chudan in den verschiedenen Kata: Gedan und Jodan sind fließende Bereiche. Chudan nicht. Es gibt nur eine definierte Höhe beim Schlag, in der Schulter und Hand auf gleicher Höhe oder Hüfte und Fuß auf gleicher Höhe sind… Es erfordert ein gutes Körpergefühl um eine Technik präzise „Chudan“ auszuführen. Für das Lehren ist diese Festlegung mir eine große Hilfe. So kann ich eine große Gruppe Schüler überblicken und eine ungenaue hohe oder tiefe Ausführung fällt mir sofort ins Auge. So hat sich bei mir eine Leitlinie entwickelt, von der gerade „steifere“ Schüler profitieren. Ein Geri muss nicht Jodan ausgeführt werden. Er soll sauber als Chudan gezeigt werden. Das erfordert mehr Arbeit, gleichzeitig jedoch nimmt es den „Bahnschwellen“ die Hürde, auf Höhe kommen zu müssen, was diese dann durch Fehlhaltungen in Oberkörper und Hüfte versuchen auszugleichen würden.

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